antirussische Agonie

Sieh an, diese Person, die ihr „yes we can” als mutmachendes Mantra, nicht aber als – heute wissen wir es! – Überschrift ihres politischen Handlungsvermögens dumm­dreist verkündete, will nun mit brachialer Gewalt wenigstens eine Fußnote in der Geschichts­schreibung der Menschheit erzwingen (siehe hier). So ist sie sich auch nicht zu schade, ein wenig im Arsenal der fadenscheinigen Kriegsgründe zu zündeln, als Friedensnobel­preisträger beherrscht man schließlich solche Situationen, indem sie eine unbe­wiesene Behauptung in guter alter Manier selbstherrlich-chauvinistischer Hegemonen mißbraucht, um politische Fakten zu schaffen. Pfui, pfui, pfui!

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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25 Antworten zu antirussische Agonie

  1. Chantao schreibt:

    Herr Putin hingegen ist cool geblieben und zeigt sich in seiner wahren GROESSE,

    • ausgesucht schreibt:

      Hat das was mit ‘Größe’ zu tun oder mit Schmerz? Ich denke da an den klingonischen Satz (den auch Shakespeare verwendet hat [siehe hier]): »cheqotIchugh maHaghbe“a‘? cheDuQchugh mareghbe“a‘? cheQIHchugh manoDbe“a‘?« ^^

  2. YDU schreibt:

    Herzlichen Dank für diesen Beitrag!

  3. thomasfaberblog schreibt:

    Ich glaube nicht, dass es angemessen ist, Obama in dieser Sache Zündelei vorzuwerfen. Es ist seine Aufgabe das demokratische System der USA zu verteidigen und das versucht er. Die USA haben unter Obama sicher Fehler gemacht, aber im Vergleich mit Russland stehen sie in Sachen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit doch deutlich besser da. Teile der Republikaner haber noch härtere Sanktionen gegen Russland gefordert. Obamas Reaktion kann also durchaus als moderat gesehen werden.

    • ausgesucht schreibt:

      … zumindest ist es so, da die USA notorisch gut und Rußland (speziell Putin) notorisch böse sind.

      Vielen Dank für den politisch ausgewogenen Kommentar!

      • thomasfaberblog schreibt:

        Ich denke „gut“ und „böse“ sind keine sehr zielführenden Kategorien in der Politik, auch wenn sie in der Realität leider zu oft verwendet werden.

        • ausgesucht schreibt:

          Ganz genau: praktisch von jedem…

          • Rothschildraptiloid schreibt:

            Es ist eine Irrweg der Dialogkultur, anzunehmen, nur eine völlig gleichgültige Haltung gegenüber allem sei objektiv und fair.
            Putin ist nunmal eine schreckliche Person, ein schreckliches Staatsoberhaupt. Obama ist zwar ein schlechter Präsident, insbesondere was seine Nahostpolitik angeht, aber immernoch um ein vielfaches besser als Putin. Wer das bestreitet, ist nicht „politisch ausgewogen“, sondern stellt sich selbst klar auf Putins Seite.

  4. lawgunsandfreedom schreibt:

    Was Obama gerade treibt, kann man auch als Politik der verbrannten Erde interpretieren. Die USA sind dafür bekannt, daß sie Andere für Dinge beschuldigen, die sie selbst getan haben. Heute sind es angebliche russische Hacker (obwohl die Leaks erwiesenermaßen durch eigenes Personal entstanden), gestern waren es WMD im Irak oder übervorgestern ein angeblicher Angriff im Golf von Tonkin.

    Den Trick benutzt die amerikanische Einheitspartie mit ihren 2 radikalen Flügeln seit Jahrzehnten um sich selbst als „The greatest country of the world“ zu gerieren.

    Und weil weiter oben was von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit der USA steht … zu dem Schluß muß man kommen, wenn man nur die deutschen Medien konsumiert. Tatsächlich Obama war der Präsident der am häufigsten per „Executive Order“ am Congress vorbeiregiert hat. Das Murren der amerikanischen Bürger wird von unseren Medien – die nur von US-Medien abschreiben – gar nicht wahrgenommen.

    • ausgesucht schreibt:

      … es gibt Nachrichten, die dem deutschen Michel unbedingt, um nicht uuuuunbedingt zu sagen, tunlichst vorenthalten werden sollen: nicht nur schlechtes Beispiel macht Schule. 😉

      • Marcello Francé schreibt:

        Das mit den executive orders stimmt absolut nicht. Obama hat 279 executive order unterzeichnet. Nur zum Vergleich: Franklin Delano Roosevelt hat 3.522 unterzeichnet, Woodrow Wilson 1.803 und Calvin Coolidge 1.203. Genauer genommen haben im 20. Jhdt. nur G.W.H. Bush, Gerald R. Ford , John F. Kennedy und William McKinley weniger Erlasse unterzeichnet, wobei 2 von diesen 4 nicht mal eine ganze Amtszeit Präsident waren, und die beiden andere nur eine (McKinley theoretisch zwei, aber er wurde ja erschossen).

        Diese Erlass sind ein zweischneidiges Schwert. Sie können missbraucht werden, wobei bis heute erst zwei Erlasse von Gerichten aufgehoben werden; m.E. ist bspw. ein Missbrauch durch die Executive Order Nr. 13224 & Nr. 9066 geschehen. Andererseits können sie auch schneller etwas durchsetzen, was sonst ewig gebraucht hätte, weil die Mühlen langsam mahlen oder jemand Steine in den Weg legt. Ein Beispiel dafür ist der “Executive Order Nr. 9981“ von Truman, der die Gleichbehandlung und Chancengleichheit bei den Streitkräften sicherstellen sollte und bedeutend zum Ende der Rassentrennung und Diskriminierung in den Streikräften beitrug.

        “Und weil weiter oben was von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit der USA steht … zu dem Schluß muß man kommen, wenn man nur die deutschen Medien konsumiert. “ Das ist verschwörungstheoretischer Bullshit, der so überhaupt nicht haltbar ist. Ich habe in 20 Jahren noch nie in deutschen Medien gelesen, dass in der USA im Hinblick auf Rechtsstaatlichkeit und Demokratei alles rund läuft, über Russland aber schon (ein Blick in RT Deutschland und Sputnik reicht). Da ich Pessimist bin, ist es ziemlich offensichtlich, was der Fall ist: So gut wie alle Vorwürfe bzgl. der USA, die in den Medien geäußert werden, treffen zu. In Russland wird das hingegen vertuscht. Wenn man bspw. nach “Putin- Sputnik“ sucht, kommt das raus:

        “Putin fordert „wesentliche Verstärkung“ der russischen Armee“
        “Obamas letzte Botschaft an Putin: US-Panzer feuern auf polnischen Boden – VIDEO“
        “Donald Trump und Wladimir Putin Erstmals als Präsident: Trump will mit Putin telefonieren“
        “Neujahrsansprache des Präsidenten: Putin dankt Bürgern für ihre Sorge um Russland“
        “Tausende bitten: Putin möge mit Korruption in Mexiko fertig werden“
        “Lawrow: Trump kann dealen – Putin dafür verhandeln“
        „Er singt. Nun ist alles gut!“ – Fox News über Putins „überraschendes Talent“

        Es ist offensichtlich, dass dies nicht die Art der Darstellung ist, mit der über Merkel oder Renzi oder Obama gesprochen worden ist, und da bin ich sehr froh darüber. Wer so eine Darstellung bei der USA sieht, der will nicht sehen.

        Ach ja, und um auf das Thema der antirussischen Agonie zurückzukommen, das erinnert mich an einen Witz: “Ein Engländer, ein Finne und ein Russe studieren ein Gemälde von Adam und Eva im Garten Eden. ‚Seht euch diesen wunderschönen Garten an‘, sinniert der Engländer. ‚Nur Engländer können einen Garten von solcher Schönheit schaffen.‘ ‚Quatsch‘, sagt der Finne. ‚Sie sind nackt und schamlos. Sie müssen aus Skandinavien sein.‘ ‚Ihr habt beide Unrecht‘, sagt der Russe. ‚Keine Kleidung, kein Haus, ein Apfel für beide, und ihnen wird erzählt, das sei das Paradies – definitiv Russen.‘ “

        Ich weiß noch, wie Obama 2012 Mitt Romney in der Präsidentschaftdebatte zersägt hat, weil er vor Russland gewarnt hatte, und jetzt ist es (zumindest bei den Spitzenkandidaten) andersherum gewesen. Das anti- war zuviel. Es ist die russische Agonie, im fieberhaften Wahn alter Träume. Putin hat ja einmal erklärt, der schrecklichste Moment in seinem Leben sei der Rückruf nach Moskau nach dem Zusammenbruch der DDR gewesen. Russlands goldene Zeiten sind ein für allemal vorbei; mag Russland auch noch mit irgendwelchen irren Söldner den Osten der Ukraine bestzen oder in einmarschieren Abchasien. Und so ist das einzige, was bleibt die Korruption und Kleptokratie- oder um es mit Nikolai Gogol auszudrücken, der das schon vor 200 Jahren im Ревизор pointiert zusammenfasste: “Du stiehlst zuviel für deine Stellung“

        • ausgesucht schreibt:

          … auch in diesem Punkt möchte ich gern das Urteil der Geschichte abwarten. Wohlgemerkt: der Geschichte, nicht der Geschichtsskribenten, die eh nur das Lied derer singen, bei denen sie in Lohn & Brot stehen.

          • Marcello Francé schreibt:

            Es gibt kein Urteil der Geschichte. Aber wenn ich mal das Ergebnis spoilern darf: Am Ende sind alle tot.
            Ich fürchte, dass impliziert, dass sogar du das nicht mehr erleben wirst (bedaure vielmals)

            • ausgesucht schreibt:

              Den Satz: »Es gibt kein Urteil der Geschichte« halte ich für so grob beschreibend, daß ihm ihm die Praxistauglichkeit abhanden gekommen scheint.

              Und nein, nicht erst am Ende sind alle tot. Was mich allerdings wundert, ist, warum Du das Zwangsläufige bedauerst.

              • Marcello Francé schreibt:

                Nun, dann ein praktisches Beispiel: Was ist das Urteil der Geschichte über Gaius Iulius Cäsar?

                Das der Historiker? Deiner Aussage nach eher nicht. Deiner? Dein Urteil ist genauso verfälscht durch die Umstände, aber auch durch die Tatsache, dass du weder alles weißt noch in Erfahrung bringen kannst.

                Das der Mehrheit? Mehrheiten sind nicht gerade ein schlagkräftiges Argument dafür, dass das Urteil der Geschichte richtig ausfällt, ich habe bspw. die Begeisterung für das “taktische Talent“ (als Umschreibung letzten Endes häufig für Genozide an Unbewaffneten) eines römischen Feldherren nie so ganz verstanden- das wird höchstens ein Fehlurteil der Geschichte durch gestützt durch gefälschte Zeugenaussagen, einen korrupten Richter, eine eingeschüchterte Klägerbank und schmierige Anwälte.Vielleicht war Cäsar aber auch einfach ein toller Typ.

                Nun, wenn Menschen niemals ein “Urteil der Geschichte“ fällen können, so ist gerade dies praxisuntauglich. Der Satz soll nicht praxistauglich sein, sondern konstatieren, dass es kein Urteil der Geschichte gibt. Das gleichnamige Buch von Medwedew (nicht Dimitri, sondern Roi Alexandrowitsch), das eben dieses Urteil verkündet, wird seltsamerweise von seinen Zeitgenossen nicht zwangsläufig geteilt: http://www.zeit.de/freitext/2016/07/05/stalin-kunst-russland-martinowitsch/

                Wann soll dieses Urteil gefällt werden? Mit der Entstehung des homo superior, der alle anderen für überflüssig erklärt, Cäsar als guten Versuch betitelt und das Kapitel schließt? Und so gibt es Meinungen der Geschichte, aber keine Urteile. Persönlich vllt, aber keine generalisierten.

              • ausgesucht schreibt:

                … hmm, eher ein ‘unpraktisches’ Beispiel – „beweist” es doch, daß auch die Geschichte nicht an Universitäten oder Stätten der Wissenschaft gehört (siehe hier; und nein, das Wörtlein „andere” ist mitnichten vergessen worden).

                Im übrigen sei an den berühmten Philosophen H. Bogart erinnert (siehe hier): Widersprich keinem Menschen, er wird es sehr bald selbst tun…

              • Marcello Francé schreibt:

                Diese Antwort wirft wohl noch mehr Fragen auf. Erstens frage ich mich, ob ich eine Frau bin, bzw. ob alle Menschen Frauen sind (umgekehrt mag das wohl zutreffen). Zweitens wollte ich anmerken, dass ich http://www.zitate-online.de nur für begrenzt zitierfähig halte (Ironie des Schicksals), es halten sich dort hartnäckig auch erwiesen nicht-authentische Zitate, z.B. dieses http://www.zitate-online.de/sprueche/politiker/1944/der-tod-eines-mannes-ist-eine-tragoedie-aber.html oder verkürzte:
                http://www.zitate-online.de/autor/aristoteles/
                (u.a. gleich das erste); sinnentstellende Zitate sowieso, Zitate ohne Quellen und auch bloß zugeschriebene (wobei das nicht angemerkt wird).
                Im übrigen sei dazu ferner ganz allgemein vermerkt, dass insbesondere bei Casablanca Zitaten diese häufig eher frei übersetzt wurden, siehe hier: http://www.tcwords.com/casablanca-beste-filmzitate-und-charmante-spruche/

                Ob Geschichte an Universitäten gehört? Aber sicher! Woher sonst soll man denn sonst etwas aus der Geschichte erfahren? Ob Geschichte wissenschaftlich sein kann (m.E. nie im selben Umfang wie bei anderen Wissenschaften mgl.), ist eine andere Frage. Mich würde interessieren, woher du deine Erkenntnisse aus der Geschichte hast, alle eigenhändig im Garten ausgegraben?

                Da du ja die USA erwähnst: Ja, die Vereinigten Staaten haben sowohl ein Talent dafür, andere zu Unrecht zu beschuldigen und sich nach dem Motto: “Die Feinde meiner Feinde sind meine Freunde“ Verbündete zu suchen, die nachher seltsamerweise noch immer Feinde bleiben (sich aber für Waffen und logistische Unterstützung bedanken).

                Das mit den Leaks scheint mir ein wenig verworren, aber ehrlich gesagt denke ich nicht, dass das wirklich relevant war, wer das gehackt hat. Trump hat ja nicht mal ein gscheites Antiviren-Programm auf seinem Handy (soviel dazu). Vielleicht ist das für uns ja mal die Möglichkeit, den US-Präsidenten abzuhören, oder ist der BND dafür zu blöd? (Traurigerweise vermutlich schon). Allerdings reicht es ja eigentlich schon, ihm auf Zwitscher zu folgen, um auf dem aktuellsten Stand zu bleiben.

                Der “Trick“ wurde übrigens auch in Europa angewendet, z.B. in Italien während der “Strategie der Spannung“.und der “Installierung“ von haufenweisen rechtsgerichteten Diktatoren.

                Diese umständlichen Bemühungen hat sich die Sowjetunion unter der Führung der RSFSR gespart. Wer nicht spurt, bekam auf die F*****, fertig. Insofern waren Veränderungen wie unter Alexander Dubček zu dem Zeitpunkt sowieso von vornherein zum Scheitern verurteilt. Das traf unter McCarthy ja auch auf echte und vermeintliche Kommunisten in den Vereinigten Staaten zu, was mich an ein Zitat erinnert: [on the House Un-American Activities Committee]: “They’ll nail anyone who ever scratched his ass during the National Anthem.“ – Humphrey Bogart (http://m.imdb.com/name/nm0000007/quotes)

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