Jedem Anfang wohnt ein Fluch inne

Vielleicht stimmt sogar, was H. Hesse in seinem Gedicht „Stufen” behauptet, daß nämlich ‘jedem Anfang ein Zauber innewohne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben’? Doch wahrscheinlich wohnt jedem Anfang ganz schlicht nur ein Fluch inne, nämlich der, gar kein Anfang zu sein, aber dennoch als Neubeginn zu gelten, oder der des absehbaren Scheiterns. Sind Silvesterrituale (und andere Zeremonien des Beginnens) also nur ein mühsamer Versuch, der Realität nicht ins Auge schauen zu müssen?

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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37 Antworten zu Jedem Anfang wohnt ein Fluch inne

  1. Apropos “ nicht ins Auge schauen“….. doch schauen müssen Augenärzte mehr als im Rest des Jahres, weil die Irren wirr zündeln und böllern.

    • ausgesucht schreibt:

      Tja, alle Jahre wieder…
      Warnungen gibt/gab es reichlich, aber auch Hybris: „… kann mir doch nicht passieren, hab ich alles fest im Griff”. Und dann, apropos Griff, sind die Griffel auch schon ab; oder die Augen verletzt. Der Zauber *tsstsstss* des neujährlichen Neuanfangs… ^^

  2. Chantao schreibt:

    Silvesterrituale, die mit ihrer Ballerei hier in Hamburg schon vor Weihnachten beginnen sind in meinem Lebensablauf nur ruhestörend. Ansonsten ist die Weihnachtszeit am Taoisten wieder mal in einer moderaten Geschwindigkeit vorbeigesaust. OK, ich mache die Flausen mit: Baum eingestielt, Baum weggeworfen, 1-2 Geschenke für die Liebste und wutsch, Januar.

    Endlich wieder Ruhe vor diesen Idioten, die endlose Summen von Teuronen in die Gegend knallen.
    Und mein Vorsatz für 2017: Es ist mir egal, ob ich irgendwem auf den Schlips trete mit meinem Vergleich Geisteszustand und Knallkörper. 😉 Prost Apfelschorle

  3. YDU schreibt:

    Wir müssen ja nicht gleich fluchen, nur weil die Realität so ist, wie sie eben ist! Immerhin können wir durch die Rituale ein wenig Unterhaltung erhaschen und die ist ja definitiv neu …

    • ausgesucht schreibt:

      Unterhaltung, ritualisierte Unterhaltung?! Ohne Effizienz? So, nun muß ich wohl doch mal das Branchenbuch nach einem Seelenklempner wegen meiner Abneigung gegen irrationalen Usus befragen… 🙂

      • YDU schreibt:

        Falls du mit ein paar Rotweinflecken leben kannst, hätte ich eine Couch für dich …

        • ausgesucht schreibt:

          Sind denn Rotweinflecken nicht vollkommen belanglos, wenn es um einen anregenden Gedankenaustausch geht, der möglicherweise auf einer Couch stattfindet und mit der Wahrheit aus rotem Wein befeuert wird?! 😉

          • YDU schreibt:

            Und wieder konnte ich dem Seelenklempner ein Schäfchen entreißen – hoffe ich doch!

            • ausgesucht schreibt:

              Sag das bloß nicht so laut! Wenn die Hirnspengler-Innung das nämlich erst mal spitzkriegt, wer die „Kundschaft” abspenstig macht, dürftest Du ein größeres Problem bekommen – vielleicht ein seelisches. ^_^

              • YDU schreibt:

                Habe bereits die Möbelpolster-Innung informiert, dass die Hirnspengler die Magie der Polstermöbel anzweifeln …

              • ausgesucht schreibt:

                Aber nicht doch! Da hat olle Sigmund einen bestimmeten Typ Polstermöbel in der Innung salonfähig gemacht – und nun dieses!?! *tsstsstss* 😉

              • YDU schreibt:

                Na, dann eben nicht!

              • ausgesucht schreibt:

                Nimm Dir das mit der Couch bloß nicht zu sehr zu Herzen, sonst landest Du noch auf selbiger. ^_^

              • YDU schreibt:

                Nö, ich ziehe mir die Couch meist unter den Hintern – schweren Herzens, da die Federn eine Landung nicht mehr überstehen würden …

              • ausgesucht schreibt:

                Soso, ein ‘schweres Herz’ macht aber die Landung nun nicht gerade ‘leichter’… 😉

              • YDU schreibt:

                Da kommt dann ja das Gläschen ins Spiel, das ab und zu auch mal kippen kann …

              • ausgesucht schreibt:

                Du meinst, ein Gläschen zu heben kann den (gravitativen) Zug zumindest teilweise kompensieren, der dem Hintern die Macht gibt, den Federn in der Couch Gewalt anzutun? Ja, vielleicht! Aber es dürfte sich um eine Art Skalenproblem handeln: zuviele solcher erhebender Momente wirken nämlich niederschmetternd… ^_^

              • YDU schreibt:

                Daran kann ich mich nicht erinnern – ehrlich! Allerdings gibt es Tage, an denen ich immer wieder das Gefühl, dass da etwas gewesen ist …

              • ausgesucht schreibt:

                Ich habe an einem ‘dieser Tage’ in der Apotheke nach Antifilmriß-Medikamenten gefragt – Tabletten oder Gel, was immer es da geben mag – allerdings schaute mich die Apothekenfachkraft an, als bräuchte sie selbst ein solches Mittel. 😀

              • YDU schreibt:

                Ich bin nicht sicher, ob ich wissen will, was in dieser Zeit alles passiert ist – ganz ehrlich! Alle Beteiligten haben sich gut unterhalten, sagen sie, obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, ob sie vom gleichen Abend sprechen …

              • ausgesucht schreibt:

                Laß Dir doch einfach mal die Situation des Abends noch einmal vorspielen – am besten mit Puppen. Dann kannst Du ja immer noch entscheiden, ob Du das Geschehen als schön, aber fremdartig einstufen oder Dich mit ihm identifizieren und es als Trophäe mit nach Hause tragen möchtest… 😆

              • YDU schreibt:

                „Puppen“ ist gut, sehr gut! Nun übelege ich gerade welche Haarfarbe, welches Alter, welcher Typ und wie viele …

              • ausgesucht schreibt:

                *ts ts ts* So ein Schwerenöter?! Wenn eine Puppe nicht reicht, versuch’s doch mal mit einem repräsentativen Querschnitt…
                Gibt es – apropos Querschnitt – im Varieté eigentlich noch die Nummer mit der zersägten Jungfrau? Oder ist sie mangels Rohmaterials (entweder nur noch Kleinholz oder als 72-er-Päckchen nach Moslemien exportiert) mittlerweile gestrichen? ^_^

  4. lawgunsandfreedom schreibt:

    Ich hab‘ nix dagegen, wenn das alte Jahr mit viel Lärm verjagt wird. Aber das, was da nur ein paar Straßen weiter betrieben wird, fühlt, hört und sieht sich eher an wie eine Vorstufe zum Bürgerkrieg – und das seit Jahren. Immerhin hört das dann nach ein paar Stunden und ein oder zwei Polizeieinsätzen auf. (Wenn man weiß, wie die Polizei landauf, landab an Silvester drauf ist, dann weiß man auch, daß es schon ganz dick kommen muß, wenn trotzdem eine Streife kommt.)

    Zumindest bei mir wirkt dieses „Jahrsendritual“ nicht. Fühlt sich noch genau so an wie vorher.
    Trotzdem … ein gutes neues …

  5. Chantao schreibt:

    @YDU. als Taoisten ist mir der Satz bekannt, allerdings bin ich ja nicht von dieser Welt aber dennoch in dieser Welt und wenn ich den ganzen Dreck da draussen sehe für den niemand mehr zuständig ist, weil er ja aus einem anderen Jahr da liegt, dann ist es äußerst entspannend darüber auch mal zu fluchen; ich war mal vor einigen Jahren in so einer „Maßnahme“ durch die Arge „Hausbetreuer“, da war ich 1.) in einem Stadtteil (nennt sich Weißenhof – dort wo die Romas und Sintis in Wohnungen leben) da lag jede Woche unendlich Dreck und Schmutz in der ganzen Sidlung, weil niemand die 6 Müllstände getroffen hat und WE wurde das alles abgeholt; deshalb gibt es da förmlich einen Mülltourismus hin, weil jeder seinen Schmutz und Sperrmüll dort abliefert, nicht nur die Ansässigen. Und 2.) 1. Weihnachtstag hatte ich „Dienst“ und saß förmlich auf einer Müllkippe. Silvester hatte ich Sonderdienst und musste alles sortieren, den Normalodreck vom Silvesterdreck; die Sonderdienste zu den Feiertagen wurden nicht extra bezahlt und waren mein Beitrag,, den ich glücklich an die Gemeinschaft zurückschenken durfte hinsichtlich dieses TopJobs, den mir die Gemeinschaft geschenkt hatte. Da ist noch eine Menge Zorn in mir, wenn ich nur darüber nachdenke. Und ohne Taoismus wäre es 10x schlimmer 😉

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