Informationsverlust?!

An sich muß man ja recht dankbar sein, daß sich immer wieder mal Sponsoren und TV-Sender finden, die wichtige Themen populärwissenschaftlich aufbereiten und als Bildungs-, zumindest aber als Informationsangebot zur Verfügung stellen.
Apropos Information – in einem der jüngsten Beispiele flimmerten am 8. Januar ein paar Folgen aus der Discovery-Staffel über Schwarze Löcher über den ZDFinfo-Bildschirm (vgl. hier). Dort wurde ein recht interessanter Spannungsbogen aufgebaut über den Standpunkten, daß sich einerseits ein Schwarzes Loch alles einverleibt, dessen es habhaft werden kann, also auch Informationen, daß aber andererseits ein Edikt erlassen wurde, demzufolge Information nicht „verschwinden” kann, auch nicht auf Nimmerwiedersehen in einem Schwarzen Loch. Über die „Lösung” dieses Dilemmas braucht man kaum nachzu­denken, wenn man das erlassene Gesetz der Informationserhaltung mild lächelnd zu ignorieren gedenkt.
Ist denn Information etwas anderes als eine konkrete Anordnung eines Informations­trägers, der nach einem mindestens bilateralen Schlüssel eine Bedeutung/Aussage zugeordnet wird? Wird dieser Schlüssel vernichtet, ist auch die Information vernichtet, nicht die Anordnung, aber sehr wohl eben die Information. Wird der Informationsträger vernichtet, ist auch die Information vernichtet (wer’s nicht glaubt, kann mir ja mal für einen recht kurzen Zeitraum seine Festplatte überlassen). Übrigens können, wenn an der Quantentheorie und ihrem Zufalls-Credo etwas dran ist, „pulverisierte” Informations­meme eben nicht mehr reproduzierend zusammengesetzt werden (da hätte Heisenberg etwas dagegen). Auch aus statistischer Sicht gibt es Grenzen: Entropie ist ein Maß für Strukturiertheit bzw. In·formiert·heit. Das globale Anwachsen der Entropie entspricht einem globalen Verschwinden von Information…

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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72 Antworten zu Informationsverlust?!

  1. finbarsgift schreibt:

    Indem die Menschen wie verrückt immer mehr Informationen generieren, versuchen sie die zunehmende Entropie im Kosmos so wohl aufzuhalten…ein hoffnungsloses Unterfangen!

  2. hansarandt schreibt:

    Ich denke auch, dass Information verschwinden kann und immer wieder verschwindet, zum Beispiel die Erbinformation. Wenn eine Art ausstirbt, stirbt damit auch die dazugehörige Erbinformation. Ich halte auch nichts von „erlassenen Edikten“. Ich habe einmal gehört, die seien in der Wissenschaft, sofern sie Wissenschaft ist, grundsätzlich verboten, was allerdings auch ein Edikt ist, aber eines, das dazu steht, ein Edikt zu sein.
    Ich glaube auch nach wie vor nicht an das Edikt, die Lichtgeschwindigkeit sei absolut und immer und ewig gleich. Ich meine ich hätte mal gehört, im Wasser sei die Ausbreitungsgeschwindigkeit kleiner als in der Luft. Auch die Tatsache, dass verschränkte Elementarteilchen Informationen mit dem vielfachen der Lichtgeschwindigkeit austauschen können, wirft meiner Meinung nach Fragen auf, die man wenn überhaupt, nur mit Sprachspielen weg erklären kann.
    Ich finde Dogmatik vollkommen in Ordnung, solange der Dogmatiker zugibt, dass er dogmatisch argumentiert.
    Im Übrigen kommt keine Naturwissenschaft und keine Mathematik ohne Dogmatik (Axiome) aus. Nur innerhalb eines Glaubens kann man überhaupt Wissen erlangen. Zum Beispiel innerhalb des Glaubens an die formale Logik des ausgeschlossenen Dritten. Kein System kann sich vollständig selbst erklären, das hat Gödel mathematisch bewiesen. Der Beweis ist bis heute nicht widerlegt, oder?

    • ausgesucht schreibt:

      Was die Lichtgeschwindigkeit angeht, wird – hoffentlich nur im Eifer schnellen Redeflusses oder um ihm Effizient zu verleihen – allzu gern der Zusatz „im Vakuum” unterschlagen…

      Im übrigen gefällt mir das mit dem »nur mit Sprache wegerklären«. Dieses häufig bemühte Bild von einem Wissenschaftsgebäude trifft den Kern der Zusammenhänge m. E. recht gut. Man denke nur an einen Kuppelbau. Das gesamte Ding ist [hoffentlich] stabil, weil die Einzelsteine sich gegenseitig durch Schwerkraft und Lastverteilung stützen – das Einzelne ist höchstens ein Stein, mehr nicht. So ähnlich dürfte es auch mit einzelnen z. B. physikalischen Aussagen sein: die einzelne ist praktisch nichtssagend; erst durch die sprachliche(!) Einbettung in ein kontexturales Gesamtwerk baut sich etwas auf, das unter dem Namen Physik firmiert. Diese gibt es aber als solche nicht – sie ist ein durch Sprachen und/oder Gedanken geschaffenes Abstraktum…

      • hansarandt schreibt:

        Dank, dass du mich an das Vakuum bei der Lichtgeschwindigkeit erinnert hast. Das erinnert mich daran, dass nie Naturgesetze gar nicht tatsächliche Ereignisse beschrieben, sondern nur Experimente unter idealen Bedingungen. Keineswegs fallen alle Gegenstände, die man aus dem Fenster wirft, wegen der Gravitation zu Boden. Das gilt nicht für Singvögel und Gasluftbalons.

        • ausgesucht schreibt:

          O ja, das Thema Idealisierung wird leider, leider!, viel zu oft unterschätzt. Wie ist das eigentlich mit einem Gasballon (also so ein Leichter-als-Luft-Dingens), der in seinem Passagierkorb Tausende von Vogelbauern trägt, in denen jeweils Dutzende Singvögel hocken? Widersteht der auch der Schwerkraft oder mutieren die Singvögel zu Sinkvögeln? ^_^

          • hansarandt schreibt:

            Das ist gar nicht nötig, wenn man die Vögel im Käfig aus dem Fenster wirft, dann fallen sie auch so runter. Das ist aber nicht „ideal“. 🙂 Man könnte auch ein Vakuum produzieren, aber da lässt sich schwerlich ein Fenster aufmachen es sei denn man befindet sich selbst im Vakuum und dann kann man auch kein Fenster mehr aufmachen. Man müsste vielleicht einen Aparat dazwischen schalten, aber dann kann man die Vögel auch gleich mit der Schrotflinte erschießen, dann fallen sie auch runter. Die Naturgesetze sitzen so lange im Wartezimmer bis sie drankommen. Irgendwann kommt jeder Vogel runter. Das gilt aber auch nicht für alle Flugkörper.

            • ausgesucht schreibt:

              Also, wenn ich mit der Schrotflinte schösse, fielen die Vögel nicht herunter (höchstens vor lauter Lachen); sie würden fliegen, wie sie noch nie in ihrem Leben flogen: hell jauchzend und allen Fährnissen, auch der Schwerkraft, ein Schnippchen schlagend… 😀

              • hansarandt schreibt:

                Gott schütze die Vögel. 🙂

              • ausgesucht schreibt:

                Wird ER wohl, schließlich dürfte ER sie ja auch geschaffen haben… ^^

              • hansarandt schreibt:

                Wenn man in der Welt einen sich manifestierenden Geist sehen will schon, wenn man die Natur als eine Kette von zufälligen Zufällen betrachtet, dann nicht.
                Ich habe über die ganze Sache noch mal nachgedacht und das in meinen Blog geschrieben:
                https://hansarandt.wordpress.com/2017/01/13/natur-gesetze/

              • ausgesucht schreibt:

                Hmm, hast Du nicht selbst in Deinem Artikel die Vermutung aufgeworfen, Zufall sei (nur) eine Kategorie? „Darf” man aus diesem Blickwinkel »die Natur als eine Kette von zufälligen Zufällen betrachten«, bzw. wäre diese Hypothese sinnvoll?

              • hansarandt schreibt:

                Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass der Zufall das Grundparadigma der Evolutionstheorie ist, die durch das Prinzip der Selektion ergänzt wird.
                Die zufällige Variation die durch das zufällige Zusammentreffen von einer Eizelle mit einer von Millionen verschiedenen möglichen Samenzellen entsteht, ermöglicht mittels der Selektion die Entstehung der Arten. So habe ich das in der Schule gelernt und dass sei das wissenschaftlich bewiesene Evolutionsprinzip. Hab ich da nicht aufgepasst?
                Abgesehen davon, dass der „Zufall“ als Begriff auch eine Kategorie unseres Denkens ist, stellt sich in der Tat die Frage, ob dieser Zufall gepaart mit der Selektion eine hinreichende Erklärung für die Entstehung der Natur, wie wir sie vorfinden, sein kann.
                Du hast den Begriff der „Optimierung“ ins Spiel gebracht. Optimierung ist ein teleologischer Begriff, d. h. er ist auf ein Ziel ausgerichtet.
                Der Zufall ist per Definitionem gerade nicht zielgerichtet. Zufällig rollt die Kugel im Roulette-Spiel. Zielgerichtet und überzufällig kann ich meinen Einsatz auf dem Feld nur platzieren, wenn ich weiß unter welcher Zahl ein Magnet versteckt ist.
                Wenn die Evolution ein Ziel hat, ist sie dann nicht doch mehr als nur Natur? Ist sie dann nicht mindestens auch intelligibel?
                Wer solche Fragen stellt, macht sich verdächtig und wird schnell mit den 50% Amerikanern, die angeblich immer noch glauben, die Erde sein eine Scheibe und ziemlich genau sechstausend Jahre alt, in eine Schublade gesteckt.

              • ausgesucht schreibt:

                Ein Kommentar und mindestens ein Dutzend von zwar naheliegenden, aber disjunkten „Diskussionspfaden”. Das macht Dir so schnell niemand nach. 😉

                Nach wie vor glaube ich, daß „Zufall” ein ziemlich billiger Taschenspielertrick der Spezies „der Wissenden” ist, der von (mindestens) einem systematischen blinden Fleck der Erkennbarkeit ablenken soll. Im übrigen hatte ich alles andere als Teleologie im Sinn, als ich den Begriff „Optimierung” bemühte. Beweis? Siehe u. a. hier… 🙂

              • hansarandt schreibt:

                Okay, kein Zufall, kein Ziel. Ist am Ende der Zufall und das Ziel und das jeweilige Gegenteil im Begriff der „Optimierung“ „aufgehoben“? Aber das magst du ja auch nicht?! Sollte am Ende die Evolution gar nicht stattgefunden haben wegen mangelnder Entwicklungsmöglichkeiten?

              • ausgesucht schreibt:

                … mag sein, daß „ein Schritt vorher” noch Konsensfähigkeit herrscht: Es gibt weder Plan noch „Muster” (etwa: Vorlagen, Zielfunktionen bzw. -werte, optimale Pfade etc.), denn diese sind nicht real, sondern ausschließlich Interpretationssache des Menschen (und insofern zwar Bestandteil der Realität, aber eben nicht real [im Sinne von: unabhängig von der Subjektivität existent]).

              • hansarandt schreibt:

                Ich stimme Dir zu. Niemand kann wissen, was kommt, auch Gott nicht. In der Rückschau aber legen sich Interpretationsmuster nahe, die können religiös oder wissenschaftlich motiviert sein.

              • ausgesucht schreibt:

                … würde er (♀ oder ♂) nicht wissen, was kommt, wär er kein Gott.

                Und nein, Interpretationsmuster legen sich nicht nahe; sie werden hineingedeutet/interpretiert. Und ja, diese Interpretationen »können religiös oder wissenschaftlich [was im Grunde eh das gleiche ist] motiviert sein«.

              • hansarandt schreibt:

                In welcher Hinsicht ist für dich religiös und wissenschaftlich das gleiche?

              • ausgesucht schreibt:

                Ist das nicht naheliegend wie offensichtlich? Beide gründen sich auf bedingungslosen Glauben an prinzipiell Unbeweisbares.

              • hansarandt schreibt:

                Der Gott des Alten Testaments ist zunächst nicht allwissend, sonder allenfalls allmächtig. Im Laufe seiner Entwicklung! Verzichtet er mehr und mehr auf seine Macht der Arbeit und gewinnt an Wissen. Link folgt

              • ausgesucht schreibt:

                Ach, komm: was sollen diese linguistischen Haarspaltereien? Kann man allmächtig sein, wenn es etwas gibt, das außerhalb des Wissens steht?

              • hansarandt schreibt:

                Kennst du den? Ist Gott allmächtig? ja! Kann er dann auch Steine machen? Ja! Kann er auch so große Steine machen, dass er sie selbst nicht mehr heben kann? Gott soll darauf hin beschlossen haben, sich lieber aus allem raus zu halten (Deismus).

              • ausgesucht schreibt:

                Dieses Allmächtigkeitsparadox – im übrigen: es gefällt mir – läßt sich wohl noch weiter vorantreiben. Kann ER sich aus dem heraushalten, das sein Werk ist? ^^

              • hansarandt schreibt:

                Kann ER schon, er ist zwar nicht allmächtig aber frei. ER kann sein Werk auch zerstören in der Sintflut, weil es ihn reut, die Menschen geschaffen zu haben, und hinterher tut ihm leid und er verspricht es nicht wieder zu machen. Man nennt das auch die doppelte Reue Gottes.

              • ausgesucht schreibt:

                … auf der Dogma-Ebene verbietet sich jede Diskussion. Deshalb hier nur mal ein Hinweis: Allmächtigkeit verhindert/verbietet Freiheit, denn das, von dem man frei ist, ist der Macht entzogen, schränkt also die Allmacht ein.

              • hansarandt schreibt:

                Sag ich doch, Gott ist nicht allmächtig sondern frei. Das gilt auch für den Menschen, sogar für den (politischen) Gefangenen.

              • ausgesucht schreibt:

                … wenn das Sarkasmus sein soll, habe ich die Ironie nicht verstanden.

              • hansarandt schreibt:

                Nein, ich meine das ernst. Selbst ein politischer Gefangener kann in den Widerstand gehen oder seine Mitgefangenen verraten.

              • ausgesucht schreibt:

                Wenn Freiheit Einsicht in bzw. Akzeptanz der Zwänge ist, magst Du recht haben.

              • hansarandt schreibt:

                Nein so meine ich des nicht. In dem Beispiel meine ich die Freiheit sich Zwängen auch zu widersetzen. Der Freitod wäre dann die Freiheit sich dem Zwang des Lebens zu widersetzen.

              • ausgesucht schreibt:

                Wer ist freier: wer frei von Zwängen ist oder wer die Freiheit hat, sich solchen Zwängen zu widersetzen?

              • hansarandt schreibt:

                Wer ist schon frei von Zwängen? Niemand kann grenzenlos die Luft anhalten, selbst dann nicht, wenn er es wollte.

              • ausgesucht schreibt:

                Ganz genau! Verweist dieser Gedanke nicht darauf, daß niemand frei, wirklich frei sein kann?

              • hansarandt schreibt:

                Genau wie es Wissen nur innerhalb eines Glaubens geben kann, so gibt es Freiheit nur innerhalb von Notwendigkeiten also von Zwängen.
                https://hansarandt.wordpress.com/2015/01/04/freiheit-ist-einsicht-in-die-notwendigkeit/

              • ausgesucht schreibt:

                Tja, das passiert, wenn man die verwendete Begrifflichkeit nicht sauber klärt. Selbst einem Hegel! Sieht man ‘Freiheit’ von einem Objekt als dessen Wirkungslosigkeit (Betonung auf ‘Wirkung’) gegenüber dem Subjekt an, braucht es Hegels ‘Einsicht’ gar nicht, da sie nichts anderes als ‘Akzeptanz’ meinen würde…

              • hansarandt schreibt:

                Habe ich jetzt nicht verstanden. Kannst du das noch mal anders erklären?

              • ausgesucht schreibt:

                Hm, naja, Definitionen sollten im iNet haufenweise zu finden sein, wohl auch zum Stichwort ‘Freiheit’. Aber gehen wir stattdessen probehalber von ‘Unfreiheit’ aus. Die liegt vor, wenn ein anderes Objekt (und damit auch ein äußerer Umstand) einen Zwang ausübt. Und dieser Zwang ist objektiv nachweisbar, eben weil er von außen, durch etwas anderes ausgeübt wird. In einem Wasserstoff-Atom, das von anderen Atomen, Molekülen, Strahlungen etc. weitgehend angeschirmt ist, fällt es dem Elektron sehr schwer, sich (dauerhaft) beliebig weit von seinem Atomkern zu entfernen. Der Erdmond ist gleich zweifach unfrei: die Erde gibt seine Bahnform vor und zudem ist seine Eigenrotation an die Erdumkreisung gebunden. Oder versuch doch mal, aus eigener Kraft ohne Hilfsmittel zu fliegen. Oder wahlweise, Dich den sozialen Bindungen, also der „freundlichen Umklammerung” durch Vater Staat und seinem Regelkorsett dauerhaft zu entziehen… …
                Die beispielshaft genannten ‘Wirkungen von außen’ sind objektiv, sind real, sind objektive Realität. Und dieses Objektivität soll (im hegelschen Sinn) aufgehoben werden durch den ideellen Akt der Erkenntnis der objektiv nachweisbaren Zwangswirkung?!

              • hansarandt schreibt:

                Das habe ich nie behauptet, daß objektive Zwänge aufgehoben werden. Ich bin kein Esoteriker.

              • ausgesucht schreibt:

                Aber nein, nicht von Dir behauptet, sondern von Hegel.

              • hansarandt schreibt:

                Hegel meint ja gerade nicht, dass objektive Zwänge aus der Welt geschafft und damit aufgehoben werden im ersten Sinn, er ist auch kein Esoteriker. In seinem Gedankenmodell bleiben diese Zwänge auf jeder Stufe erhalten, also aufgehoben im zweiten Sinn. Zwänge werden gerne absolut gesetzt, um dass weiterdenken zu verhindern. Mindestens das Denken selbst unterliegt keinen Zwängen außer denen, die man sich selber setzt oder von anderen setzten lässt.

              • ausgesucht schreibt:

                … und so ziemlich in den erwähnten Kontext paßt meine Anmerkung von der unscharfen Begriffsdefintion: sich frei fühlen (weil das scheinbar freie Denken einen begründbaren Zwang umdeklariert) ist etwas anderes als frei von Zwängen zu sein.

              • hansarandt schreibt:

                „weil das scheinbar freie Denken einen begründbaren Zwang umdeklariert“ gibt es dafür ein Beispiel?

              • ausgesucht schreibt:

                Braucht’s da wirklich ein Beispiel?
                Unfreiheit ist ‘objektive Realität’, ist ein empirisch nachweisbarer Zustand. Gedankenakrobatik, die einen solchen objektiven Zustand als eine ‘individuell gedachte’ (also subjektive) Freiheit umdeutet bzw. umzudeuten erlaubt, ist schlichtweg realitätsfern, indem sie z. B. weiß zu schwarz umdeklariert…

              • hansarandt schreibt:

                Freiheit ist kein objektiver Begriff. Freiheit ist nur intersubjektiv definiert. Das gilt auch mit Einschränkung für die Begriffe weiß und schwarz. Wir könnten uns genauso gut darauf einigen, weiße Dinge als schwarz zu bezeichnen und umgekehrt ohne dabei die Realität zu verlieren.

              • ausgesucht schreibt:

                Kein Begriff ist ein „objektiver Begriff”. Und selbstverständlich kann man die Bedeutung, die üblicherweise (nämlich im mehrheitlich akzep- und praktizierten Sprachgebrauch) einem Begriff zugeordnet ist, beliebig umdeuten. Bevorzugt dann, wenn einem das Wasser linguistisch gerade bis zum Halse steht. Das ist dann zwar kaum mehr als wilde Rabulistik, erklärt aber recht gut, wie aus einem objektiven Faktum sein sprachliches Gegenteil wird.

              • hansarandt schreibt:

                Nur eine technische Frage. Kann ich auf wordpress irgendwo sehen ob und wer wo einen Beitrag von mir geteilt oder verlinkt hat?

              • ausgesucht schreibt:

                Da habe ich mir noch keine Gedanken darüber gemacht, kann mich aber auch nicht entsinnen, in dieser Richtung irgend etwas „aufgeschnappt” zu haben. Aber es gibt ein WP-Forum: und dort wahrscheinlich auch eine „Lösung” für Deine Fragestellung…

              • ausgesucht schreibt:

                Soso! Ist es denn nicht aber einigermaßen belanglos, ob das »Selbstbewusstsein […] nicht der Ausgangspunkt der menschlichen Entwicklung sondern deren Endzweck« ist? Da auch diese These, wie eben auch alle übrigen, kaum mehr als ein bunter Kinderkreisel ist: mit Eifer so lange durch die Straßen gepeitscht, bis er bunt und farbenfroh tänzelnd dasteht, ehe er etwas holperig dahinsinkt, weil das Interesse einem noch bunteren Spielzeug zugewandt wurde…

              • hansarandt schreibt:

                Dass Selbstbewusstsein ist nicht nur wie Descartes meinte (cogito ergo sum), der Ausgangspunkt aller Geistesleistungen ist, sondern auf der anderen Seite nur die winzige Spitze eines gigantischen Eisbergs ist, der Unterhalb des Erkennbaren verborgen liegt, wie Freud meinte und es das Unbewusste nannte. Wenn der eine recht haben sollte, muss der andere deswegen noch lange nicht unrecht haben. Der Mond sieht auf seiner Rückseite völlig anders aus als auf der uns zugewandten Seite. Wie genau, das weiß bis heute niemand.

              • ausgesucht schreibt:

                Das mit dem Mond stimmt so nicht ganz – er ist mittlerweile lückenlos kartographiert. Das mit dem binären Charakter des „recht | unrecht”-Pärchens, der wahrscheinlich zu unrecht verabsolutiert ist, sehe ich ähnlich wie Du, hingegen das Freudsche Unterbewußtseins-Gefasele (und vor allem die unsäglichen Kapriolen, die damit zu rechtfertigen gesucht werden) für der „nicht recht”-Kategorie zugehörig.

              • hansarandt schreibt:

                Okay, lassen wir den Mond weg und Freud weg. Mir sagte mal einer, es wären nur 4% der tatsächlich existierenden Materie bekannt oder ist man da auch weiter?

              • ausgesucht schreibt:

                Ob die sich „Wissenschaftler” nennende Elite in diesem Punkt schon weiter ist, weiß ich nicht. Eigentlich gehört die Zahl „20 %” zum Konsens, aber es gibt eben auch pessimistischere Modelle (übrigens auch optimistischer schätzende, nur sind diese gerade nicht en vogue). Doch nicht zu vergessen: das sind Modelle; die Bekanntheit mit irgendwas ist lediglich postuliert, bestenfalls axiomatisch vorausgesetzt.

              • hansarandt schreibt:

                Danke für die Info. Mit dem Begriff Modell kann ich sehr gut leben. Das Wissen darum, dass wir vielfach nur Modelle haben, die uns helfen die Welt zu verstehen sollte uns bescheiden machen und helfen, realistisch zu bleiben.

              • ausgesucht schreibt:

                Ja, in der Tat „sollte [es] uns bescheiden machen” (Betonung auf ‘sollte’), bewirkt aber mehrheitlich das Gegentum, erzeugt nämlich elfenbeintürmliche Hybris…

              • hansarandt schreibt:

                Ist die Rückseite des Mondes eigentlich immer dunkel?

              • ausgesucht schreibt:

                Nein! Der Mond kreist in rund 27 Tagen einmal um die Erde. In der gleichen Zeit dreht er sich auch einmal um sich selbst (er zeigt zwar immer mit der „Nasenspitze” zur Erde, die Astronomen nennen das „gebundene Rotation”, aber bzgl. der Sonne dreht er sich eben doch). Von der Sonne aus gesehen ist demnach mal die erdabgewandte Mondseite zu sehen (in dieser Konstellation ist die „Rückseite des Mondes” voll von der Sonne beschienen, von der Erde aus ist das ein Neumond), mal die „Vorderseite” (nämlich bei Vollmond)…

              • hansarandt schreibt:

                Danke für die Info

              • ausgesucht schreibt:

                Gern! Wer fragt, dem soll Antwort werden.

  3. YDU schreibt:

    Gegen die Entropie in meinem Gehirn habe ich das Konzept der Einkaufsliste entwickelt, was auch sehr gut funktioniert, außer sie gerät in ein Schwarzes Loch, von denen es in meiner Umgebung ziemlich viele geben dürfte . Gibt es eigentlich eigene Schwarze Löcher für Einkaufszettel?

    • ausgesucht schreibt:

      „Schwarze Löcher für Einkaufszettel”?! Nicht, daß ich wüßte. Aber es gibt ohne jeden Zweifel Einkaufszettel für Schwarze Löcher… 😀

      • YDU schreibt:

        Irgendwie reicht das Wortklauberei, falls es dieses Wort auch im hohen Norden verwendet wird: Loch ist Loch und wenn es schwarz ist, ist man in der Nacht voll am A… , wenn rein tritt. Am Tag besteht ja keine Gefahr, da man dezentes Schwarz ja gut erkennen kann!

        • ausgesucht schreibt:

          Ach was, das ist doch keine Wortklauberei. 🙂
          Hat mich halt mal interessiert, ob es für Schwarzlochläden auch Einkaufszettel gibt. Oder Einkaufskörbe, denn da fällt die „Ware” wegen ihrer winzigkeit doch sicherlich durch die Maschen. Oder wie ist das mit dem Transportband an der Kasse: ist es schwarz, dann sieht man die aufgelegte Ware ja so schlecht…

          • YDU schreibt:

            Die technischen Daten sollten im WWW leicht auffindbar sein, um allfällige Fragen zum Thema rasch und sachlich korrekt klären zu können – hoffe ich! Was die Sichtbarkeit betrifft, so kann ich nur sagen, dass sich die Situation seit der Einführung der Selektivschwarzlochtransportbandsicherung völlig entspannt hat – alles easy!

            • ausgesucht schreibt:

              Diese frohe Botschaft, nämlich daß es eine Selektivschwarzlochtransportbandsicherung gibt, ist ja komplett unbemerkt an mir vorübergezogen! Vielleicht sollte ich sowas mal endlich auf meinen Selektivschwarzlochtransportbandsicherungseinkaufszettel schreiben? 😆

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