Sprachhemmung

Irgendwie verstehe ich diesen Sprachgenderismus nicht: Es gibt so viele positiv besetzte ♀-Wörter, denen ein wahlweise böses oder erschröckliches ♂-Wort gegenübersteht:

die Liebe, die Zeugung, die Geburt, die Entwicklung der Tod
die Schöpferkraft/Kreativität, die Inspiration, die Vision der Burnout
die Wissenschaft (die Logik, die Mathematik, die Physik, die Anthropologie etc.)
der Glaube/Unglaube
die Kunst (die Malerei, die Musik, die Bildhauerei etc.) der Pragmatismus
die Rechenarten (die Addition … die Division) der Rechenfehler
die Schönheit, die Vervollkommnung der Zerfall
die Determiniertheit, die Exaktheit der Zufall
die Sprache, die Ausdrucks- die Überzeugungskraft der Genderismus

Was genau soll denn, bitteschön, so vorteilhaft am Sprachgenderismus sein?

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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24 Antworten zu Sprachhemmung

  1. YDU schreibt:

    Muss wohl am „ie“ liegen, dass sich ein wenig in den Vordergrund spielen will! Ist eben wiechtieg …

  2. hansarandt schreibt:

    Unverständlicher Weise ist auch nie von TerroristInnen, VerbrecherInnen oder TeufelInnen die Rede. Ebenso wenig wird gefordert, dass die Frauen aus Gründen der Gleichstellung vier bis fünf Jahre früher sterben sollen: Gleicher Tod für gleiches Leben.

  3. hansarandt schreibt:

    Der Plural trägt ohnehin den weiblichen Artikel ganz ohne Gender.

  4. Marcello Francé schreibt:

    Kleine vergleichende Sprachanalyse anhand einiger romanischer Sprachen (+ gelegentlich gr.)
    die Liebe: l’amore (m), amour (m), amor (m), έρωτας (m, aber nur körperlich)
    die Geburt: nacimiento (m), τοκετός (m); aber: la nascita (f), γέννα (f)
    die Entwicklung: lo sviluppo (m), développement (m), déploiement (m), desarrollo (m)
    allerdings gibt es auch Begriffe wie evoluzione (f)
    der Tod: la morte (f), la muerte, defunción (f), mort (f)
    die Schöpferkraft/Kreativität**- (2x) il genio creativo (m*), génie créatif (m)
    *das Genie ist in romanischen Ländern wohl nur Männern vorbehalten, da m
    **Kreativität (f)
    die Vision: όραμα (n); in rom. Sprachen sonst natürlich (f)
    der Glaube/Unglaube- la fede (f), auch: credenza (ebenfalls f), confession (f), fe (f)/
    la incredulidad (f), incredulità (f, im Sinne von Zweifeln), miscredenza (f, REL), incroyance (f), incrédulité (f),
    der Rechenfehler- αριθμητικό λάθος (n), sonst m
    die Vervollkommnung- il perfezionamento (m)
    der Zerfall- διάσπαση (phys., f), διάλυση (pol. f, Syn. “Untergang“),
    αποσύνθεση + διάλυση (chem. beide f), la rovina (f), la decomposizione (chem. f),
    la disintegrazione (f), dégradation (f), décadence (f), désagrégation (f), fragmentación (f), descomposición (f), desintegración (f)
    Aber: il crollo, decadimento (beide m, Syn: Zusammenbruch, Verfall)
    der Zufall- casualidad (f), 2x coincidencia (f), σύμπτωση (f), τύχη (f)
    Aber: hasard (m Pl), caso (m)
    die Sprache- il linguaccio, lenguaje (beide m), idioma (m)
    Aber: la lengua, la lingua (beide f)

    Gleich:
    die Ausdrucks- die Überzeugungskraft, die Determiniertheit/ Inspiration (da lat., slaw. meist n), die Künste & Wissenschaften, die Exaktheit, die Schönheit, die Rechenarten (die Addition … die Division)*** , der Burnout (Fremdwort)

    *** Teilung im nicht-mathematischen Sinne wie partage zuweilen männlich

    der Pragmatismus, der Genderismus <- Schelm. Alle Worte auf -ismus sind männlich 😀 Selbst Feminismus.

    • ausgesucht schreibt:

      Nun ja, nehm ich mal als Zustimmung zu meinem Artikel. 😉

      Und ja, schmelmisch stimmt durchaus. Deshalb vermute ich schelmischerweise, daß das böse, böse weil ♂-Wort „Feminismus” bald Femi·nix·mus heißen wird… ^_^

  5. moyosgarten schreibt:

    Kann man noch von Lesefluss sprechen bei diesen gegenderten Texten „Freund*innen“?

    • ausgesucht schreibt:

      … nach meinem Dafürhalten kann man das nicht. Aber genau dieses „mentale Stolpern” ist ja beabsichtigt – nicht um sprachliche Gerechtigkeit (was immer das sein mag) zu erreichen, sondern um das gestolperte und nunmehr hilflos am Boden liegende Sprachopfer mit Wortgewölle der idiotischsten Art zu überschütten, um es so zu missionieren.

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