Ein Trump(f), der sticht

Mag sein, daß Mr. D. Trump auf dem diplomatischen Parkett recht polterig und alles andere als schleimig-geleckt daherkommt, aber darum oder gerade deshalb sollte man sich nicht zu dem Fehler hinreißen lassen, ihn zu unterschätzen. Er ist ein Mann des Kapitals – was zählt, sind kapitalträchtige Inhalte, die das Kapital mehren, weit weniger die Form oder gar leeres Geschwätz oder „inhaltloses” Getue.
Und es dürfte ein Fehler sein, Trumps Aussagen darauf reduzieren zu wollen, daß er sich einen Teufel um die Etikette der Tust-du-mir-nichts-tu-ich-dir-nichts-Politschickeria schert. Vielleicht wären die Politiker-Darsteller besser beraten, weniger auf das zu achten, wie als vielmehr was er spricht. Und er spricht über Zölle. Die wurden vor Jahrhunderten bereits erfunden, um den Binnenmarkt zu schützen (und freilich der Obrigkeit Geldeinnahmen zu verschaffen). Und D. T. macht die ganz klare Ansage, daß derartige Zölle (weiterhin) als staatliches Mittel eingesetzt werden, auch gegen BiEmm­DabbelJu (sprich: BMW). Statt zu greinen könnte man verhandeln oder wahlweise darüber nachdenken, worin der Unterschied besteht zwischen Zöllen und inländischen (z. B. bun­desdeutschen) Steuern oder GEZ-Gebühren, die staatlicherseits abgepreßt werden.
Und D. T. spricht darüber, daß die NATO nicht mehr zeitgemäß ist. Wie falsch kann diese Einschätzung wohl sein, wenn es in ebendieser NATO Prozeßketten gibt, an deren Ende Aufklärungsflugzeuge herauskommen, die bei Nacht kaum einsatzfähig sind? Oder Prozeßketten, bei denen ohne Not (außer vielleicht der Not nagenden Ehrgeizes, des eigenen oder irgendwelcher Litzenträger) ein Haupt-Waffenlieferant brüskiert wird. Und wie war das mit Fluggerätschaft für die Marine, die nicht über Wasser fliegen darf? Zeigen nicht diese drei stellvertretend für Dutzende anderer Beispiele, daß da sehr wohl einiger Filz auszumisten sein könnte?
Und D. T. spricht darüber, daß Königin ◊Angela I. in der Flüchtlingspolitik Fehler gemacht habe. Als inländische Mahner gesagt haben: ›Nichts gegen die Flüchtlingspolitik, aber das Verfahren ist nicht in Ordnung‹, sind sie als Nazis diffamiert worden. Selbst jetzt, da die Trümmer einer unsäglichen „Politik” weggeräumt werden müssen, ist nicht die Spur von Einsicht zu erkennen; lieber wird der designierte US-Präsident verunglimpft als auch nur ansatzweise die eigene Selbstherrlichkeit um einen Hauch zu verringern…

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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5 Antworten zu Ein Trump(f), der sticht

  1. Marcello Francé schreibt:

    „was zählt, sind kapitalträchtige Inhalte, die das Kapital mehren, weit weniger die Form oder gar leeres Geschwätz oder „inhaltloses” Getue.“ Vor allem sein Kapital vermutlich –
    Womit die USA endgültig ihren Schoko-Baron, Wowa und Cavaliere bekommen hat (bloß das zwei von drei davor keine peinlichen Fernsehsendungen produzierten).

    „Und D. T. macht die ganz klare Ansage, daß derartige Zölle (weiterhin) als staatliches Mittel eingesetzt werden, auch gegen BiEmm­DubbelJu (sprich: BMW).“ Die eigentliche Frage ist doch, ob D.T. die WTO verlassen will, denn in seiner dargestellten Form wäre das ein Verstoß gegen die GATT und nicht mit einer Mitgliedschaft vereinbar (einen Austritt hatte er schon mal im Nov zur Disposition gestellt).

    „Und D. T. spricht darüber, daß die NATO nicht mehr zeitgemäß ist.“ Das die NATO trotz der hohen Investitionen (v.a. durch die USA) ineffizient und schlecht organisiert ist und die Ausrüstung sich teilweise in einem desolaten Zustand befinden, isr zwar nicht neu, aber kein Beweis für oder wider der Zeitgemäßheit der NATO (aber sehr wohl dafür, dass ein rumwursteln auf diese Weise nicht zu empfehlen ist).

    „Als inländische Mahner gesagt haben: ›Nichts gegen die Flüchtlingspolitik, aber das Verfahren ist nicht in Ordnung‹, sind sie als Nazis denunziert worden.“ So ein Quark. Das ist doch, was die neu- und altrechten wollen: Weg mit der Meinungsdiktatur des linksgrünversifften Lügenpressengutmenschentum! Das ist „unkonventionell“ und „ehrlich“, aber wenn andere ihre Positionen verbal runtermachen, dann ist es diffamierend, oppressiv und manipulativ. Entweder gleiches Recht für alle – oder für keine. Wenn es der „neue Stil“ ist, auf Gefühle zu bauen und die Rationalität sausen zu lassen, dann darf ich auch sagen, dass alle außer mir Nazis sind (wobei sich das bei Benutzung abstumpft). Man könnte natürlich auch eine zivilisierte Diskussion anstoßen, aber das ist anscheinend heutzutage nicht mehr gewünscht. 140 Zeichen müssen reichen, um die Welt zu erklären.

    „Selbst jetzt, da die Trümmer einer unsäglichen „Politik” weggeräumt werden müssen, ist nicht die Spur von Einsicht zu erkennen; lieber wird der designierte US-Präsident verunglimpft als auch nur ansatzweise die eigene Selbstherrlichkeit um einen Hauch zu verringern…“ Äh ja. Man könnte sagen, Angie orientiert sich dabei ganz nah am president-elect. Wie nimmt der Kritik nochmal auf?

  2. hansarandt schreibt:

    Ich freue mich drauf, dass die Zeit des Geschwätz und der Spekulationen nun endlich vorübergehend und bin gespannt drauf was DT jetzt macht. Ob BMW jetzt für in Mexiko gebaute Autos in den USA Zoll bezahlen muss oder nicht ist mir ziemlich egal. Wenn er tatsächlich den nicht nur kalten Krieg gegen Russland beendet, wie er es versprochen hat, wäre das für uns in Europa nur wünschenswert. Mich hat noch kein US Präsident angenehm überrascht. DA könnte der erste werden. Es kann aber auch viel schlimmer werden. Sein Stuff ist in vielerlei Hinsicht ein Gruselkabinett.

    • ausgesucht schreibt:

      Ich möchte mich überraschen lassen (im Sinne von: soll er zeigen, was und wie er’s kann), wobei ich keine Überraschungen erwarte. Die alte Regel (= folge der Spur des Geldes) dürfte auch hier ein recht guter Kompaß sein. Die Position Rußland gegenüber dürfte entscheidend davon abhängen, was den (letztlich wohl immer) Finanzinteressen am meisten nützt. Die Palette enthält so „manche Schweinerei”: von Krieg mit oder Embargo von Rußland über faire Koexistenz bis unverschämten Protektionismus. Welcher Farbtupfer (nur einer oder gleich alle) davon ins Bild kommt, hängt unter anderem davon ab, inwieweit der tatsächlich wichtige politisch-ökonomische Konkurrent in Europa, nämlich die EU, auch durch das Rußland-Thema gesteuert und vor allem daran gehindert werden kann, gegenüber den Vereinigten Staaten zu respektabel zu werden…

      • hansarandt schreibt:

        Du hast recht. Die amerikanische Außenpolitik ist seit mehr als hundert Jahren mit großem Erfolg darum bemüht, Deutschland und Westeuropa gegen die russische Föderation auszuspielen. Vor ungefähr 27 Jahren hat schon einmal einer, Gorbatschow, uns die Hand über den Eisernen Vorhang uns entgegengestreckt und ich habe eine kurze Weile geglaubt, es könnten tatsächlich friedlichere Zeiten anbrechen. Schauen wir, ob DT nun von der anderen Seite einen neuen Versuch macht. Geld kann man auch im Frieden verdienen.
        In der Tat stehen Goldman Sachs, Israel, mächtige Oligarchen, und kampferprobte Generäle hinter ihm. Da mache ich mir keine falschen Vorstellungen. Noch bin ich gespannt, was passiert es ist aber auch möglich, dass diese Erwartung in nacktes Entsetzen umschlagen wird.

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