nichts leisten, sondern gaken

Als die Physiker ihren Energieerhaltungssatz erfanden, haben sie mindestens ein Universum übersehen, in dem er ganz offensichtlich nicht gilt. Nun gut, damals hatten sie verständlicherweise keinen Zugang zu Büros (bzw. Dienstleistungsabteilungen), deren Mitarbeiterzahl eine kritische Grenze übersteigt.
Hier werden nämlich beileibe nicht Energiemengen pro Zeiteinheit ausgetauscht, was via ΔE / Δt (also pro Zeiteinheit geleisteter Arbeit) logisch konsequent zur Leistung führt, sondern hier gilt das Produkt ΔE * Δt als „Tauschobjekt”, an dem die geleistete Arbeit (also ΔE) gemessen wird.
Merke: nicht viel tun, aber stundenlang darüber gaken wird als mindestens so wertvoll erachtet wie zügige Leistungserbringung.

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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20 Antworten zu nichts leisten, sondern gaken

  1. finbarsgift schreibt:

    *schmunzel* ohne Worte…

  2. Pfeffermatz schreibt:

    Das Wort „gaken“ ist mir neu…
    Immerhin schön, wenn nicht nur t, sondern E·t betrachtet wird. Damit wird wenigstens das tatenlose Herumsitzen nicht belohnt 😉
    Aber das ist im Ernst ein altes Dilemma. Ein Mitarbeiter, der ineffizient arbeitet, Überstunden macht, aber letztendlich das Ergebnis erbringt und sich dabei gut verkauft („hier musste ich das tun, und da was abstimmen, und da gab es erst keine Lösung, aber dann…“), wird meist höher geschätzt, als der Mitarbeiter, der das gleiche Ergebnis still und leise in der halben Zeit erbringt. Gelobt sei die Führungskraft, die Mitarbeiter Nr 2 zu schätzen weiß!

  3. WIE? Die ganze Welt kennt die Stadtverwaltung Oberhausen?
    Da ist es fesch. Es spielt die Mannschaft gegen den Trainer. Ewige Hochburg der SOZI- Deppen. Haben erstmals einen CDU- OB. Ob das fluppt? Geh fort!!

  4. YDU schreibt:

    Mann und Frau müssen sich doch austauschen, das ist ihre Natur! Reine Leistungserbringung wird maßlos überschätzt und würde den Tag total ruinieren …

    • ausgesucht schreibt:

      Nein! Nicht ‘sich’ austauschen, sondern so manches ‘zwischen sich’, oder wie oder was? 😉
      Ach, übrigens: kann denn die „Leistungserbringung” im Intersex überschätzt werden? ^_^

      • YDU schreibt:

        Alles ein wenig verwirrend, meinst du nicht auch? Aber so ist das Leben! 😉

        • ausgesucht schreibt:

          Ganz genau, so ist das Leben. Ich schätze, die Götter haben es ganz mit Absicht ‘ein wenig verwirrend’ gestaltet, sonst würde ja jeder durchblicken, und dann wär der Reiz weg, nicht wahr? 😉

  5. hansarandt schreibt:

    Ich kenne das so:
    Ein Beamter kann an einem Tag genau vier Vorgänge erledigen.

    Als die Arbeit zunahm konnte er seine Aufgaben nicht mehr bewältigen und es musste ein weiterer Beamter eingestellt werden.

    Auch dieser Beamter konnte vier Vorgänge erledigen, das macht zusammen acht Vorgänge.

    Natürlich mussten die beiden ihre Arbeit koordinieren, was auch jeweils ein Vorgang war. Für die eigentliche Arbeit blieben immerhin noch sechs Vorgänge am Tag übrig, also 50% mehr als einer alleine erledigen konnte.

    Nun wurde auch für die beiden Beamten das Arbeitspensum so groß, dass noch ein weiterer Staatsdiener eingestellt werden musste.

    Nun konnten insgesamt drei mal vier also zwölf Vorgänge erledigt werden.

    Natürlich musste jeder der Beamten seine Arbeit mit den anderen beiden abstimmen. Das waren zwei Vorgänge für jeden. Für die eigentliche Arbeit blieben also weiterhin nur sechs Vorgänge am Tag übrig. Es musste ein vierter Beamter beschäftigt werden.

    Für die Koordination sind nun insgesamt vier mal drei also zwölf Vorgänge abzuarbeiten. Es bleiben immerhin vier Vorgänge übrig, was nicht schlechter ist als die Ausgangssituation.

    Als der fünfte Beamte eingestellt werden musste brach die Verwaltung endgültig zusammen. Der Kaffeeautomat soll sogar explodiert sein.

    Die Behörde rechtfertigte sich damit, dass sie dafür Sorge tragen müsse, dass die Steuerzahler nicht arbeitslos werden.

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