gemeinsam, nicht allein

Heute früh kam mir ein seltsamer Gedanke: Ist denn die Suche nach dem individuellen Lebensglück nicht a priori erratisch, egoistisch und nur in der Interpretation (vgl. hier; Hervorhebung im 2. Absatz) von Erfolg gekrönt? Kann man denn den Sinn des Lebens möglicherweise nur dann finden, wenn als Zielfunktion die Wohlfahrt der Mehrheit (die Wohlfahrt aller anzustreben wäre naiv!) die  Maxime wäre?

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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28 Antworten zu gemeinsam, nicht allein

  1. wol schreibt:

    Oder gar keine?

  2. Marcello Francé schreibt:

    Mehrheit ist auch ein schwammiger Begriff… Welche Mehrheit? Familie, Freunde, Stamm, Nation, Menschen, Welt? Und warum muss immer alles maximal werden? “Ne quid nimis“

    Klar, es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Kästner), aber man sollte das doch tun, weil es wert ist, getan zu werden und nicht um irgendwelche Strichlisten zu führen…

    • ausgesucht schreibt:

      Hm, wenn Deine als erste gestellte Frage beantwortbar wäre, wäre die Frage nach dem Sinn des Lebens beantwortet (und zwar ein für allemal). Da von einem solchen Durchbruch in der Sinnsuche in der „Bäckerblume der Sinnsuchenden” oder in der „Apothekenrundschau der Sinnsuchenden” oder wie die Fachorgane alle so heißen mögen noch nichts vermeldet wurde, gehe ich lieber nicht von einer derartigen Sinngebung aus…
      Und was den Kästner angeht, sollte sein Sätzchen am Komma vor dem ‘außer’ enden, um halbwegs brauchbar zu bleiben. Denn dieses ‘Gute’ in seinem Satz ist eine individuelle, also subjektive und sehr wahrscheinlich ego·istische Interpretation, also genau das Gegenteil von dem, was ich als Tenor meines Eingangsartikels formuliert hatte, nicht wahr.

  3. wol schreibt:

    Sorry, meinte vielleicht ist es besser gar nicht danach zu suchen.

  4. hansarandt schreibt:

    Danke für den Tipp. Fremder in einer fremden Welt steht auf meiner Liste, unbedingt lesen. Der gleiche Grundgedanke (Kooperation) findet sich bei Noah Harari, Eine kurze Geschichte der Menschheit. Die kognitive Revolution des homo sapiens besteht in seiner neu erworbenen Fähigkeit in Gruppen größer als 150 Individuen zu kooperieren, indem er gelernt hat, über Dinge zu sprechen, die es nicht gibt. (Zum Beispiel Gott, Geld oder juristische Personen wie Peugeot, BASF oder ein beliebiger eingetragener Verein.

    • ausgesucht schreibt:

      … und könnte es nicht sein, daß dieses Etappe der „Kooperation aufgrund des Kognizierens (DenkSprechen)” nocht längst nicht abgeschlossen ist. Daß die Zauberlehrlinge schon mal munter ihre kognitiven Fähigkeiten ausprobieren, ohne das „In-die-Ecke-Besen” zu kennen?
      Und könnte es nicht sein, daß diese Etappe erst dann abgeschlossen sein wird (und so die Grundlage für weitere, höhere Entwicklungsstufen zu bildet), wenn der Mensch gelernt haben wird, die kollateralen Einflüsse des Kognizierens von Abstrakta auf die Realität nicht nur wahrzunehmen (nämlich im Nachgang), sondern zu verstehen und zu steuern. Also wenn er gelernt hat, wirk(!)lich zu denken.

      • hansarandt schreibt:

        Kannst du es noch mal anders erklären? ich habe es nicht verstanden.

        • ausgesucht schreibt:

          Kann ich. Zumindest kann ich es versuchen: Man sollte nicht nach dem Sinn seines Lebens suchen, sondern nach dem Sinn aller Leben, um den Sinn seines Lebens zu finden.

          • hansarandt schreibt:

            Das ist ja Kant pur. Ich denke das bringt uns nicht weiter. Imanuel Kant hätte, wenn er im Dritten Reich einen Juden in seinem Keller versteckt hätte, ihn auf Anfrage an die Schergen der Gestapo ausliefern müssen um das allgemeine Gesetz, du sollst nicht lügen, nicht zu verletzen. Die Wahrheit ist immer konkret, nie allgemein, das zeigen die vielen moralischen Dilemmata.

            • ausgesucht schreibt:

              Spekulation!! Es ist doch wohl nur eine Möglichkeit aus einem unendlich vielfältigen Möglichkeitsfeld, wenn Du mutmaßt: »Imanuel Kant hätte […] müssen, um das allgemeine Gesetz […] nicht zu verletzen«. Haben wir nicht Kant aufheben und dadurch aufheben (= auf ein höheres Niveau heben) können, weil wir Dinge, die nach Kant geschahen, erleben, analysieren und weltanschaulich integrieren konnten? Was wäre aus dem Kantschen Imperativ geworden, wenn er höchstselbst die radikale Verwurzelung der Bestialität hätte erleben können, die erst knapp 150 Jahre nach ihm ihre abscheulichen Blüten trieb?

              • hansarandt schreibt:

                Auch vor und Während Kant wurde schon fleißig gemordet und gemassenmordet. Nach heutigem Stand der Erkenntnis gab es schon Zeiten in der Menschheitsgeschichte in der die Chance gewaltsam zu sterben prozentual erheblich höher lag als im 20. Jahrhundert. Die Welt, so wird behauptet, sei statistisch friedlicher geworden als sie jemals gewesen sei.

              • ausgesucht schreibt:

                Sind denn Behauptung hier und (überprüfbare!) Tatsachen dort, angesichts millionenfach (in unserer, ach, so friedvollen Welt meistenteils durch unterlassene Hilfeleistung verbrochenenen, aber billigend) in Kauf genommenen Elends, selbst wenn es Inseln der scheinbaren Harmonie gibt, nicht Widerlegung genug? :/

              • hansarandt schreibt:

                Ich finde die These ja auch merkwürdig und dreist. Rein statistisch Gesamtanzahl der Tode geteilt durch die Tode, die durch Gewalteinwirkung verursacht wurden, sei deutlich kleiner als vor 1000, 5000 oder 10000 Jahren. Das scheint zu stimmen und ist überraschend, rechtfertigt aber natürlich gar nichts.

              • ausgesucht schreibt:

                Ich wüßte gern in die Statistik auch diejenigen Toten aufgenommen, die zu dieser nicht durch direkte Gewalteinwirkung, sondern durch (letzten Endes) Ignoranz(!) zu zählen sind. Ehe ein Hilfsprogramm für z. B. Verdurstende in geographischen Trockenzonen ins Laufen kommt (wenn überhaupt) sind Zehntausende verdorrt. Oder wie steht’s mit sogar relativ preiswerten Impfaktionen, die (in wirtschaftlich schwachen Regionen) die Kindersterblichkeit dramatisch senken könnten? Oder wie ist es mit sogenannt „reichen” Staaten, die lieber Milliarden für Kriegsspiel und Machtgehabe ausgeben als für die Wohlfahrt gesellschaftlicher „Randgruppen”? Gehören denn Kinder, die in wirtschaftlich und/oder sozial unsicheren Zeiten nicht geboren (weil lieber gar nicht erst gezeugt) wurden, nicht auch in eine solche Statistik? Etc. pp

              • hansarandt schreibt:

                Das ist ja alles richtig und sehr tragisch, keine Frage. Ich finde das ja auch doof, die These, dass heute viel weiniger Menschen prozentual durch Gewalteinwirkung sterben als in der Vorzeit, aber das ist alles kein Argument. Entweder stimmt es oder es stimmt nicht. Ich finde, es passt zwar nicht in die jederzeit beliebte Katastrophenstimmung, in diese Zeit will ich keine Kinder setzen, aber ganz objektiv ging es uns in den letzten siebzig Jahren so gut wie wahrscheinlich zu keinem anderen Zeitpunkt in unserer Vorgeschichte.

              • ausgesucht schreibt:

                Tja, inhaltlich sind Deine Aussagen nur schwer von der Hand zu weisen (zumindest was z. B. den halbwegs gutsituierten mittelständischen Mitteleuropäer angeht), aber wie mißt man dieses ominöse Gutgehen?

              • hansarandt schreibt:

                Gute Frage. Gut ist mehr als nur die Abwesenheit von schlecht oder böse. Jesus sagte einmal nur einer sei gut und da meinte er nicht sich selbst.

                Nennen wir es nicht gut, nennen wir es nur die relative Abwesenheit von Armut, Hunger, Krieg, Vertreibung und Gewalt.

                Ich denke aber der Vorteil, den Imperien bei allen bekannten Nachteilen, die es natürlich auch gibt, haben, ist dass sie den inneren Frieden auf einer sehr großen Fläche für sehr viele Menschen gewährleisten können, obwohl sie permanent gegen Gott und die Welt Krieg führen.

              • ausgesucht schreibt:

                Vermutlich hast Du mit dem Gedanken um den „inneren Frieden” inmitten globaler Kriegs- bzw. Aggressionsschauplätze die gesamte Perversität dieser Spezies auf den Punkt gebracht.^^

    • ausgesucht schreibt:

      Alles in mir weigert sich zu glauben, daß dieser komplexe Themenkreis durch das „Aufrufen” eines einzelnen(!) Schlagworts erschöpfend erklärt sein soll. 🙂

      • YDU schreibt:

        Alles in mir weigert sich zu glauben, dass das eine Anwort von Sinnsucht ist, der SINNSUCHT! ,-)
        PS: Sag jetzt bitte nicht, Du hättest Dir diese Anwort nicht ausgesucht!

        • ausgesucht schreibt:

          *hahaha* Ich sehe es ziemlich genau entgegengesetzt! Wenn das keine Antwort von Sinnsucht war, ist Sinnsucht wohl eher ein Bot denn ein Mensch. 😀

          • YDU schreibt:

            Entgegengesetzt?
            Das hat mich verletzt!
            Hätte ein Gegenüber nicht gereicht?
            Oder ein klares Vielleicht!
            Na so was, das wäre was gewesen,
            das hätte ich mit Freuden gelesen!
            Oder, wenn ich es mir so überlege,
            wäre das alles ein wenig träge,
            pfiffig wäre ein ein völlig neuer Begriff,
            so wie „Sinnsuchtthemenkreisaufrufkomplexitätsuntergriff“!
            Nun, entgegengesetzt kann man natürlich auch sagen,
            wenn man Neues verneint, nur will hinterfragen.
            Tja, die Sache, ich sage es nicht gern,
            weitet sich aus bis zum fernsten Stern,
            vermutlich ist auch die Milchstraße betroffen
            oder ich bin vom edlen Rebensaft be … rauscht!

            • ausgesucht schreibt:

              Da schau her! Da habe ich im „Sinnsuchtthemenkreisaufrufkomplexitätsuntergriffs“-Katalog in der Zeile mit dem „entgegengesetzt”-Eintrag doch glatt das Kleingedruckte überlesen: »Nur im Katastrophenfall anzuwenden«. Na, und von dem sind wir ja wohl noch ein Stück weit entfernt, schätze ich… 😉

  5. hansarandt schreibt:

    Das habe ich auch nicht behaupten wollen. Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, welche Meinungen zu diesem fraglos komplexen Themenkreis im öffentlich rechtlichen Fernsehen zur besten Sendezeit vertreten werden. Und natürlich wollte ich wieder einmal darauf hinweisen, dass wir es in den Massenmedien mit moderner Volkserziehung zu tun haben. Unterhaltung kommt von unten halten und Nachrichten kommt von danach sollen wir uns richten oder siehst du das anders?

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