Filosofie mit Ankündigung

Neulich ereilte mich eine „Kunden”-Umfrage irgend so einer Leiharbeitsfirma. Die Skale, ob ich die Bude einem – nicht näher bezeichneten – Opfer weiterempfehlen würde, kreuzte ich mit 5 Punkten an (0 = nein, 10 = unbedingt); aus spieltheoretischer Sicht die einzig rationale Wahl. Prompt wurde im nächsten Schritt eine Begründung eingefordert. Warum auch nicht? Ich formulierte, fröhlich, wie ich nun mal durch und durch bin, diesen Satz:
Eine Begründung/Erläuterung würde sicherlich recht schmückend sein.  Nicht für die neugierige Leiharbeitsfirma (was der zu sagen ist, ist bereits geschrieben), sondern als Auslöser für einen weiteren Textschnipsel in Blogistan.
Doch dann löste das Gedanken-Pingpong anläßlich der argumentativen Vorbereitung eines entsprechenden Artikels in meinem sonst hohlen Denkhügel ein interessantes Echo aus: Lohnt es sich eigentlich, sich über „partikulären Unsinn” zu echauffieren? Sicherlich dann, wenn er – wie aktuell global kaum zu übersehen – auftritt, aber diese Häufung wäre ja eben längst nicht mehr (nur) ‘partikulär’. Wie ist es aber bei unleugbar partikulären Ereignissen?
Vermutung: Es könnte Fachleute geben, die den Stellenwert eines partikulären Ereignisses wissenschaftlich solide zu bewerten imstande sind. Diese könnten (zwar mit nicht zu vernachlässigender Irrtumswahrscheinlichkeit, aber immerhin nicht ausschließlich erratisch) analysieren, ob ein konkretes partikuläres Ereignis z. B. Vorbote eines Paradigmenwechsels ist oder Relikt längst wirksamer, aber noch nicht benannter Regeln, oder eben doch nur Zufall. Oder sie könnten mahnen, daß ein Einzelschritt bevorsteht, der, ohne Richtungsänderung beschritten, auf den Pfad der Untugend führt, statt der allgemeinen Wohlfahrt zu dienen. Oder sie könnten…
Ob wir vielleicht in einer Zeit leben, in der es zwar Namen und Titel für derartige Fachleute – ja doch, Philosophen sind gemeint! – gibt, aber kaum jemanden, der in solch große Schuhe paßt? Was ist akademische Hirnwich*erei wert, die einzig und allein dem partikulären (sic!) Wohlbefinden des Einzelnen dient?

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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8 Antworten zu Filosofie mit Ankündigung

  1. YDU schreibt:

    Wem darf ich den hohlen Denkhügel zuordnen und was steht hinter dem „partikulären Unsinn”? Bevor ich antworte muss ich mich vergewissern, ob alle Betroffenen in die gleiche Richtung denken …

    • ausgesucht schreibt:

      Vollkommen korrekt, die Passage: »im sonst hohlen Denkhügel« ist viel zu unscharf; ich werd’s gleich mal korrigieren zu: »in meinem sonst hohlen Denkhügel«. Vielen Dank für den Hinweis.
      Was allerdings hinter dem „partikulären Unsinn” steht, weiß ich nicht. Meine Arbeitshypothese geht von ‘staatlich billigend in Kauf genommener (wenn nicht gar oktroyierter) Demütigung der Opfer ihrer, der staatlicherseits, verfehlten Arbeitsmarktpolitik’ aus. Und nein, die Betroffenen denken gar nicht daran, in die gleiche Richtung zu denken; dächten sie so, würden sie die Ursachen massiver Fehlentwicklungen allein schon qua ihrer Masse recht leicht abschaffen können…

      • YDU schreibt:

        Ich bin mir nicht sicher, ob einem senilen Hinterälpler ein derartiges Urteil überhaupt zusteht, aber der an und für sich hohle Denkhügel, dürfe mit allerlei Wissen gefüllt sein, das nicht zu verachten ist! So lange die Verursacher von Fehlentwicklungen belohnt werden, dürften sie keinen Grund zur Änderung sehen, was die Arbeitspolitik betrifft. Irgenwie verstehe ich sie lieben Leutchen, obwohl das Ergebnis mir missfällt …

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