Hartz IV als kleineres Übel

Derzeit bin ich, wie es sich der geneigte Leser sicherlich längst zusammengereimt hat, qua Zeitarbeitsfirma zur Beschäftigungstherapie im Risiko-Controlling einer Bank abgestellt. Geködert wurde ich wie ein Esel, dem ein Bund Mohrrüben vorgehalten wird, nur daß der Köder in diesem Fall die Umschreibung „Übernahmeoption” hatte.
Aber wenn man mir jetzt einen „echten” Arbeitsvertrag anböte, ich würde ihn – ganz ehrlich – nicht annehmen: die organisatorischen Verhältnisse sind wenig attraktiv (siehe hier), die unternehmerischen Aussichten kaum besser. Am schlimmsten aber ist, daß eine menschenähnliche Figur, die jeden Morgen dankbar sein sollte, wenn sie ohne eine Axt im Schädel aufgewacht ist, die sich durch vollkommene Überdurchschnittlichkeit auszeich­net (überdurchschnittliche Durchschnittlichkeit, überdurchschnittliche soziale Inkompetenz etc.), die ihre Borniertheit völlig ohne irgendwelches Unrechtsempfinden gegen alles und jeden durchpeitscht, allen ehrlichen Arbeitskräften vorgezogen wird (vgl. hier).
Und nein, das schreibe ich mitnichten, um mir das Ausbleiben eines etwaigen Übernahme­angebots schönzureden…

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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8 Antworten zu Hartz IV als kleineres Übel

  1. Bert schreibt:

    Oh ja. Es ist echt ein Elend!

  2. phileos70 schreibt:

    Die gelehrigen Adepten der Arbeit, die Nachbeter und Vollstrecker tüchtigkeitsapostolischer und arbeitsmoralischer Postulate, diskreditieren den von ihnen in Umlauf gebrachten und hochgehaltenen Schätzwert der Arbeit täglich selber, indem sie die Arbeitsfreien, in ihrem Jargon, die Arbeitslosen, humanitär verbrämt: die Arbeitssuchenden, ungeheuerlichen Zumutungen aussetzen. Erste Frechheit: „Jede Arbeit ist besser als gar keine (Clinton)!“ Also auch: Schuhe putzen, Schnürsenkel verkaufen und Spargel stechen. Zweite Frechheit: ‚Du kannst es dir nicht leisten, wählerisch zu sein!‘ ‚Ach, ihr wollt, dass ich demütig, dankbar und bescheiden sei! Mit anderen Worten, ihr verlangt, dass ich mein Menschlichstes vor dem Arbeisgötzen beuge: meinen Stolz als Selbstachtung?’Und und kommt das Ärgste, die gemeine Erpressung des Gewissens mit dem Gemeinwohl: ‚Dein widerspenstiger Stolz ist Trotz – du Sozialschmarotzer!‘

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