Evolution ins Nichts

Man sollte mit ruhigem Gewissen (zumindest bis zum Beweis des Gegenteils) davon ausgehen, daß die Evolution nicht kreativ ist, um eine Rasse, Gattung oder was auch immer maßzuschneidern für eine noch nicht besetzte Nische im Lebensraum der Erde. Waltet die Evolution nicht vielmehr blind? Wer eine Nische besetzen kann, hat es (zumindest vorläufig) geschafft. Wer nicht, hat verloren.

Ob dieses Schema wohl auch in sozialen Prozessen anwendbar ist? Es gab immer, gibt aktuell und wird immer ambitionierte Streber geben, die auf ein konkretes Ziel hinarbeiten. Und der Erfolg steht durchaus (nur ist das eben keinesfalls zwangsläufig so) auch auf ihrer Seite, wie er auch an der Seite so manches (♀ oder ♂) Überraschten steht. Wer vermag jedoch abzuschätzen, wie weit Traum und Realität, also was als Erfüllung des Traums reklamiert wird, auseinander liegen?

Und nun frage ich mich, welchen Effekt das besinnungslose Sich-Ausliefern an Big-Data, an Algorithmen, an die Verheißungen der KI und dergleichen mehr erbringen könnte. Wird möglicherweise ein weiterer Zweig der Evolution besetzt, der in eine neue Nische des Lebensraumraums ragt? Oder handelt es sich um unbeabsichtigte (ohnehin ungewollte) Beihilfe zur kompletten Entmündigung der Spezies Mensch, die wie aus dem Nichts, quasi en passant, aus lediglich einzelnen partikulären Bestrebungen entstehen wird, während diverse technische Möglichkeiten einfach nur mal irgendwie „ausprobiert” werden?

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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4 Antworten zu Evolution ins Nichts

  1. lawgunsandfreedom schreibt:

    Hm, es gibt schon so diverse Biotope bei denen man komische quasi-soziale Lebensformen beobachten kann, die in freier Wildbahn elendiglich eingehen würden.
    http://cicero.de/innenpolitik/einseitiger-journalismus-pressefreiheit-in-gefahr/54351

    • ausgesucht schreibt:

      Ja, in der Tat, auch die „Missionare” des G·G·G-„Biotops” passen irgendwie zu obigem Artikel: Das eine wollen (falls sie überhaupt wissen, was sie wollen, und nicht nur zu predigen, was sie nicht wollen) ohne über kollaterale Abhängigkeiten nachzudenken, aber etwas anderes zu kriegen, von dem sie aber vollmundig behaupten, es schon immer verfochten zu haben. *tsstsstss*
      😉

  2. The PetSchmi schreibt:

    Vielleicht ist „Evolution“ ja ein selbstoptimierender schöpferischer Prozess (Nennen wir ihn „Gott“?), dem die „Spezies Mensch“ eigentlich so ziemlich egal ist. Oder der diese „Spezies“ lediglich als willfähriges Werkzeug benutzt und beim Erreichen des nächsten Levels (Wird’s wohl „KI“ sein?!) dann in der „Ablage P“ entsorgt.

    • ausgesucht schreibt:

      Es kommt mir so vor, als würden wir über weite Strecken das gleiche meinen. Siehe etwa hier oder hier.
      Aber warum, um alle Götter dieser Welt, sollte ein „selbstoptimierender Prozess” mit einem Schimpfwort (ja, ich meine das G-Wort aus der Klammer) bedacht sein?
      Und warum verursacht die Wortkombination „selbstoptimierend schöpferisch” eine Hirnkolik der grimmigsten Art in meinem Denkhügel?
      Und ist „selbstorganisierend” zwangsläugig „selbstoptimierend”; optimierend im Sinne welcher Zielfunktion (von wem festgelegt oder gar autorisiert) in welcher Dimensionalität welchen Alternativraums?

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