niveaulose Parteien

Es gibt Gelegenheiten, in denen 100%-ige Übereinstimmung sehr von Vorteil ist, beispielsweise beim Lotto-Spielschein, bei polizeilichen Angaben, beim biologischen Grundset des Nierenspenders…
In der sicherlich überwiegenden Zahl der Fälle ist eine perfekte Übereinstimmung nicht möglich oder nicht erforderlich. Aber es gibt Fälle, in denen eine Auswahl zumindest repräsentativ sein sollte. Beispielsweise hat das Eigenschaftenset: „Haarfarbe brünett, Augenfarbe blau und nur eine Amalgam-Zahnfüllung” mit meiner Person gerade einmal 33 % Überein­stimmung. Davon würde ich mich nicht repräsentiert sehen, da ich mich darin nicht wiederfinde.
In der großen Politik, in der nicht nur seit Niedersachsen oder der Bundestagswahl alle Parteien durch deutliche Niveaulosigkeit glänzen, gilt jedoch eine Übereinstimmung von rund 33 %, die der Einäugige unter den Blinden mit Müh und Not einheimsen konnte, als repräsentativ für die Bunte Republik. Niveaulos! Denn keine Partei konnte das 50 %-Niveau erreichen. Vergiß die 5 %-Hürde. Reden wir von einer 33 %-Hürde (in einer Normalverteilung liegen ≈33 % jenseits des „μ ± σ”-Intervalls, sind also Ausreißer). Das sollte reichen, um eine Wahl für ungültig zu erklären oder alternativ ein bis drei Parteien auf den Regierungsolymp zu wuchten, wo Partei und Opposition(en) oder Koalition und Opposition zumindest repräsentativ im Sandkasten der Politik herumbuddeln könnten.

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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8 Antworten zu niveaulose Parteien

  1. lawgunsandfreedom schreibt:

    Guter Vorschlag. Sollte als Methode im Wahlrecht Einzug halten. Schlimmer als die Regelungen, die wir aktuell haben, kann’s kaum werden.

  2. YDU schreibt:

    Erwartenshaltung runter und schon ist alles in Butter! 😉

  3. smswp schreibt:

    Kein schlechter Vorschlag 😉 aber welcher Politker welcher „niveaulosen Parteien“ soll das beschließen? Ich schlage vor, dass wir die Schnittmenge der Koalitionsverhandlungen abwarten: Vielleicht wird aus niveaulos (-) mal niveaulos (-) ein Plus? In der Mathematik ist das doch auch so: „Wenn beide Faktoren bei einer Multiplikation negativ sind, so ist das Ergebnis des Produkts am Ende positiv.“ 😉

    • ausgesucht schreibt:

      Ich fürchte, da sollte man keine allzu großen Hoffnungen hegen. Schließlich geht es in dem Machtgehabe unserer Politiker-Darsteller nicht um Grundrechenoperationen (so mit – × – = +). Hast Du schon mal gekostet, wie ein Frühstücksei schmeckt, wenn man es mit einem Silberlöffel reinschlabbert? Und nun soll – bildlich gesprochen – die Silberlöffelpartei mit der Fünfminuten-Ei-Partei koalieren… ^^

  4. The PetSchmi schreibt:

    In einer Parteiendiktatur als äußerer Ausformung dessen, was die von Rockefeller inszenierte Trilaterale Kommission anno 1975 als „Governance“,sprich: Diktatur der Hochfinanz-Elite, beschrieb (vgl. http://trilateral.org/download/doc/crisis_of_democracy.pdf), ändern „Wahlen“ schlichtweg GAR NICHTS, sonst wären sie in Anlehnung an Tucholsky längst verboten! Insofern sind „Wahl“ergebnisse tatsächlich vollkommen irrelevant, ob nun signifikant oder nicht…

    • ausgesucht schreibt:

      Aber Wahlen sollen doch nichts ändern! Wahlen sollen die Polithierarchie (= hier Obrigkeitskaste, dort das ausbeutbare Menschenmaterial) erhalten und stabilisieren.

      Im übrigen wird das „Wenn Wahlen etwas ändern würden…”-Zitat gar vielen zugeschrieben, auch Tucholsky. Nur von dem stammt es aller Wahrscheinlichkeit nun gerade nicht. ^^

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