warum einfach, wenn’s auch doppelt geht?

Es war offenbar mal wieder Zeit für „Verbesserungen” bei WordPress. Und auch die aktuelle ist eine Verschlimmbesserung. Naja, warum sollte man bei WP mit einer liebge­wonnenen Tradition brechen? :/
Bis vor wenigen Minuten konnte man sich bei WordPress mit einer Eingabemaske anmelden, in die Benutzername und Paßwort einzutragen waren. Danach noch einen Klick auf den Anmeldeknopf – fertig.
Das war zu einfach! Jetzt (siehe rechts) wird der Benutzername abgefragt – Klick; danach in einer Extraabfrage das Paßwort – Klick.

Nun, da ja Wiederholung die Mutter der Weisheit sein soll, hat also WP seinen Beitrag zur „Verdoppelung” der globalen Weisheit geleistet – Klickklick.

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Hase & Igel

Die Entwicklung der Technik geht viel, viel, viel rasanter voran als die Entwicklung des Menschen an sich. Physisch/anatomisch „bewegt” er sich vielleicht noch am meisten, wenngleich selbst da nur im Schneckentempo. Ethisch/moralisch scheint er sogar zu stagnieren. Ob der „moderne Mensch” sich wohl signifikant und nachhaltig (oder gar irreversibel) von seinem Steinzeitvorfahren unterscheidet?

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Anspruch und Wahrheit

Es ist vielleicht ein wenig verfrüht, das von Isabella Nelte heraus­gegebene »Lesebuch aus Philosophie, Kultur und Wissen­schaft« aus dem Piper-Verlag bereits im Jahr 2017 zu lesen, da es ja dem Namen nach erst 2018 seine volle Wirksamkeit entfalten dürfte, aber schmulen ist hier möglicherweise ein verzeihliches Laster.
Da gibt es auf den Seiten 121 bis 158 einen Text von Alexandra Senfft, der sicherlich zurecht in das Lesebuch aufgenommen wurde: „Der lange Schatten der Täter. Nachkommen stellen sich ihrer NS-Geschichte”. Die Aussagen dieses Textes, der von der Herausgeberin des Lesebuchs unter dem Schlagwort Einsichten einsortiert wurde, funktionieren nur auf der Grundlage eines Erbschuld-Dogmas: Weil Groß- oder Urgroßeltern im zwölfjährigen Nazireich Mitläufer oder sogar Täter waren, sind alle Nachfahren bis in alle Ewigkeit selbst schuldbeladen. Es könne zwar durch Verdrängung und strikte Verzerrung der Geschichtswahrnehmung versucht werden, Schuld- und/oder Schamgefühle gewissermaßen zu bändigen, aber das würde „an der Psyche nagen und zu unreflektierten Handlungen und Verhaltensweisen führen” (S. 122). Ein für das Heute postuliertes Moral- bzw. ethisches Konzept wird über Weltanschauung und Motivation von Personen gestülpt, die vor rund 75 Jahren Handlungsentscheidungen fällen mußten. Und dabei wird kategorisch(!) jede Handlung, die nicht das Ende des Nazireiches unmittelbar herbeiführte, als verwerflich eingestuft. Wer als Bürger dieses Reiches die Nazizeit irgendwie überstanden hat, ist Täter. Punktum!
Soweit ist der Senfftsche Text – tja, wie soll man sagen? –, ist der Text interessant. Zu einem Denkanstoß wird er durch sein abschließendes Kapitel. Es wird geschildert, was einer gewissen Paula während eines Treffens „mit einigen ihrer Kollegen” (S. 157) wider­fuhr, bei dem über Flüchtlinge gesprochen wurde. Plötzlich sei das Wort „Gutmensch” gefallen. Paula „war entsetzt und sah den Ethos ihrer ganzen Berufssparte verletzt: ›Therapeut sein heißt, anderen grundsätzlich offen und empathisch zu begegnen und sich nicht von Klischees und Vorurteilen leiten zu lassen!‹” (S. 158).
Wieso Denkanstoß? Nun, ich empfinde es als durchaus anstößig, daß zwar die moralischen Feigenblätter „Offenheit” und „Vorurteilsfreiheit” ostentativ hervorgekehrt, aber zugleich pluralistische Auffassungen zu historischen Dingen (der Gesellschaft oder auch „nur” der eigenen Familie) tabuisiert werden (siehe oben: Erbschuld). Lieber wird ein neuer katego­rischer Imperativ gestiftet: „Tue alles, um Dein Leben so einzurichten, dass Du die Welt in einem möglichst geordneten Zustand an die nächste Generation weitergibst!” (S. 141).
Kann man denn aber das weitergeben, was man gar nicht(!) besitzt? Und wer/was bestimmt, was Ordnung ist? Und wird nicht missionarischer Eifer nur dann positiv vermerkt, wenn die Mission gelungen ist, also von den Nachfahren nicht als verwerflich abgestempelt wird?
Was meint Frau Senfft dazu? Sie bemüht in toleranter Weise einen Buhmann: „Statt ›Gutmensch‹ hätte Paulas Kollege auch von ›Tugendterror‹ sprechen können, Thilo Sarrazin hat ihm dafür ja die Vorlage geboten” (S. 158).

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Was sich überhaupt sagen lässt, bleibt unverstanden

Vor ein paar Tagen habe ich, der Serie von Fehlversuchen leid, die im Namen der Belletristik alles andere als schön daherkommt, Blick und Portemonnaie einem eher unter der Überschrift Sachbuch firmierenden Exemplar zugewandt.
Es handelt sich um ein von Isabella Nelte herausgegebenes »Lesebuch aus Philosophie, Kultur und Wissenschaft« aus dem Piper-Verlag. In diesem Buch (später [vielleicht] mehr dazu), lassen sich sieben Texte finden, die (recht willkürlich) drei Schlagworten zugeordnet sind: Erfahrungen, Einsichten und Erkenntnisse.
Einer dieser Texte, die im oben genannten Lesebuch Denkanstöße für das Jahr 2018 geben sollen, stammt von Helge Hesse. Dieser veröffentlichte 2016 bei Piper ein Buch mit dem Titel: Mit Platon und Marilyn im Zug. Was uns die Begegnungen berühmter Persönlichkeiten über die großen Fragen des Lebens verraten. Daraus stammt der Text, der einige Episoden aus dem Leben von L. Wittgenstein schildert. Im Vorwort zu seinem Tractatus logico-philosophicus findet sich der Satz: »Was sich überhaupt sagen lässt, lässt sich klar sagen.« Ein hübsches Sätzchen, doch gilt seine klare Aussage denn auch (soll heißen: Ist dieser – vielleicht sogar klar gesagte – Satz auch wahr)?
Ist denn auf der internen Ebene dieser Wittgensteinsche Satz nicht bloß ein Pleonasmus? Freilich denkt man so lange, bis eine Idee ausformuliert, also auch aussprechbar ist. Aber könnte hinter der nächsten Hirnwindung nicht vielleicht eine viel klarere Formulierung an der Innenseite der Denkkuppel zu lesen sein? Doch der Sprechwillige begnügte sich bereits mit der gefundenen und anscheinend klaren Formulierung.
Und ist auf der logischen Ebene dieser Wittgensteinsche Satz nicht sogar falsch? Zumin­dest in formalen (Sprach-)Systemen gilt der Gödelsche Unvollständigkeitssatz. Ob wohl die Aussagen einer „gewachsenen” Sprache nun gerade klar sind, mag derjenige am besten bewerten können, der sie in eine andere Sprache zu übersetzen versucht. Doch selbst wenn eine synthetische Sprache sich(!) so weit entwickelt, daß sie nach 7,5 Mio. Jahren zu einer klaren Aussage kommt, beispielsweise etwa ‘42’, ist noch lange nicht klar, was von dieser Aussage verstanden wird. Also kann der Wittgensteinsche Satz, wenn überhaupt, nur gelten, wenn das ‘Sagen’ die Empfängerseite integriert. Die ist aber vom Sagenden weitgehend unabhängig. Einem Kleinkind etwas „klar zu sagen” ist etwas anderes als einem Studienkollegen. Das vermeintlich klar Gesagte müßte irgendwie verstanden werden. Die Information, was denn nun verstanden wurde, müßte klar angesagt werden – und schon liegt ein klassischer Zirkelschluß klar(!) auf der Hand.

Kurz: Was sich überhaupt sagen läßt, wird alles andere als klar verstanden.

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Was blüht denn dort?

Was will mir der grüne Freund hier sagen, daß er Ende November seine Blüten zeigt? Fühlt er sich wohl genug, an Nachwuchs zu denken? Oder geht es ihm schlecht genug, in einem letzten verzweifelten Versuch sein genetisches Material hoffentlich noch an eine neue Generation zu vererben, ehe er ins Gras … wo hinein beißen eigentlich scheidende Grünpflanzen?

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4. Advent ist einkaufsfrei

Ist denn mein Kalender auf Zwiebelleder gedruckt, oder warum kommen mir beinahe Tränen, weil in ziemlich genau einem Monat bereits Weihnachten ist? Keine Bange, es wären, wenn überhaupt, Freudentränen. Sonntag, der 24. Dezember, ist in diesem Jahr was Besonderes! Bis 18 Uhr wird der 4. Advent gefeiert begangen, um 18 Uhr mündet dieser Tag in Heiligabend. Das nenne ich mal eine optimierte Prozeßkette… 😛

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sie wissen nicht, was sie tun

Es will mir gar nicht in den Sinn, weshalb die angestaubten Parteien im deutschen Politzirkus solche Angst vor Neuwahlen haben. Also, weniger vor den Wahlen als solche, sondern vor der AfD (und möglicherweise noch einem Prozentpünktchen mehr). Hat denn die Denunziations- und Mobbingmaschinerie nicht bereits beste Arbeit geleistet? Alle sind böse, außer natürlich Mami. Und die bösesten der Bösen sind nun einmal AfD und (seit Sonntag/Montag) die FDP.
Glauben die Granden der angestaubten Parteien allen Ernstes, daß das ebenso mühsam wie erfolgreich herangezogene willige Stimmvieh urplötzlich politisches Gespür entwickeln und die Verdammungspropaganda hinterfragen würde? Eine solche „Gefahr” besteht doch gar nicht! Und war sich nicht von den rund 13 % AfD-Wählern möglicherweise nur ein Drittel über Entscheidungsgrundlagen und mögliche Kollateral­effekte im klaren, während die restlichen 2/3 vielleicht im wesentlichen nur „im Affekt” wählten [= denen werden wir’s mal zeigen] und nun von Verunsicherung und Reue „geplagt” sind? Zumindest wären 5 bis 10 Prozent für die AfD im Neuwahlgang eine deutliche Bestätigung dieser Annahmen, nicht wahr?

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